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Goosbek fließt wieder frei

Selent Goosbek fließt wieder frei

Sie schlängelt sich über die Wiesen, vorbei an Amphibienteichen, und strömt im Wald durch einen tiefen Graben. Das Wasser der Goosbek wurde aus den Rohren herausgeholt. Damit sollen zukünftig in Selent Überschwemmungen nach Starkregen verhindert werden.

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Die Goosbek wurde aus den Rohren geholt: Darüber freuen sich Planer Peter Heidel (von links), Amtsleiter Manfred Krumbeck, Hauke Seydler vom Gewässerunterhaltungsverband, Simon Ziemer von der Baufirma Brehmer, Bürgermeisterin Antje Josten, Bauausschussvorsitzende Sabine Tenambergen und Heiner Klemenz von der Kreiswasserbehörde.

Quelle: Silke Rönnau

Selent. Das Jahr 2002 ist vielen noch immer im Gedächtnis. Nach heftigen Regenfällen konnten die zu engen Rohre das Wasser nicht mehr aufnehmen. Selent war überschwemmt. „Da schwammen sogar Karpfen auf der Bundesstraße“, erinnert sich Bürgermeisterin Antje Josten bei der offiziellen Abnahme der Bauarbeiten. Die Goosbek war in den 60er-Jahren wie so viele andere Bäche verrohrt worden, berichtet Manfred Krumbeck als Leitender Verwaltungsbeamter im Amt Selent/Schlesen. „Die Rohre sind in den Jahren zum Teil zugewachsen.“ Deshalb wurde im Grünflächenplan für das Baugebiet an der Blomenburg festgelegt, dass der Bach, der aus der Nachbargemeinde Lammershagen kommt und in den Selenter See mündet, wieder ans Licht geholt wird. Doch der damalige Besitzer Dietmar Hartmann setzte das Vorhaben nie um. Aus der Insolvenzmasse erhalte die Gemeinde nun die rund 50000 Euro für die Maßnahme, freute sich Antje Josten.

 Früher habe man immer versucht, das Wasser schnell weg zu bekommen, erklärt Planer Peter Heidel. Das habe jedoch zu den Überschwemmungen in Selent geführt. „Jetzt versuchen wir, das Wasser in der Landschaft zu halten.“ Dafür habe die beauftragte Firma zunächst erst einmal das Rohr unter der Straße im Baugebiet hindurch freigelegt, das tiefer als vermutet lag. Deshalb ist auch das Bachbett an dieser Stelle tiefer als vorgesehen. Es wurde mit Geröll und größeren Steinen aufgefüllt, damit die Goosbek langsamer fließt und den Boden nicht mitreißt. Rund 1000 Kubikmeter Erde seien ausgebaggert worden.

 Die Gruppe, zu der auch die Bauausschussvorsitzende Sabine Tenambergen, Hauke Seydler vom Gewässerunterhaltungsverband Selenter See, Heiner Klemenz von der Kreisverwaltung Plön und Simon Ziemer von der Baufirma gehören, stapft weiter bachaufwärts. Die Goosbek wurde zum Teil in Schleifen gelegt. Auch das verlangsamt die Fließgeschwindigkeit. Doch viel Wasser führt der Bach zurzeit nicht. „Im Sommer fällt er trocken“, sagt Heidel.

 Ein Stück weiter wird es flacher. Bei heftigen Niederschlägen könnte das zusätzliche Wasser zur Seite auf die Wiese ausweichen. Überall gibt es Mulden. All diese Maßnahmen bieten Platz für Tausende von Kubikmetern, die sonst bei Starkregen in den Ort geflossen wären. Im Waldstück wird der Graben wieder tiefer, auch hier wurde Geröll als Sohlsicherung verwendet. Für ein kleines Stück bleibt der Bach im Rohr – hier hätte man sonst durch die Bauarbeiten die Wurzeln der Bäume beschädigt. Doch danach taucht das schmale Band wieder auf.

 Da die Goosbek in Selent selbst weiterhin unterirdisch durch die Rohre strömt, können keine Fische hinaufwandern, erklärt Heidel. „Irgendwann werden aber mal ein paar Stichlinge da sein“, vermutet er.

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