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Raupen auf Erfolgstrip

Grundschule Barkauer Land Raupen auf Erfolgstrip

Wenn ein Schulkind aus dem Barkauer Land sich selbst als Raupe bezeichnet, heißt das: Ich bin in der jahrgangsgemischten Eingangsstufe der Grundschule, erste oder zweite Klasse. Das Konzept läuft seit einem Jahr, und weil es so gut funktioniert hat, soll es fortgesetzt werden.

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Quelle: Andrea Seliger

Kirchbarkau. „Die Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule. Die einen können schon Texte lesen, die anderen ein E nicht von einem A unterschieden“, sagt Frauke Bowmann, Leiterin der Grundschule Barkauer Land in Kirchbarkau. Das Konzept der jahrgangsgemischten Eingangsstufe greift diese Verschiedenheit auf: Jedes Kind erhält dort nach einer Einführungsphase seinen individuellen Wochenplan. Auf diese Weise könne man den Kindern am besten gerecht werden.

 Drei Raupengruppen mit aktuell 64 Kindern gibt es aktuell in Kirchbarkau, die jeweils etwa zur Hälfte aus Erst- und Zweitklässlern bestehen: „Sie dürfen nicht zu groß sein“, so Bowmann. Für die Schulleiterin ist dies auch die Möglichkeit, die zugeteilten Lehrerstunden möglichst optimal einzusetzen. In der Eingangsstufe würden diese am meisten benötigt. Was durch dieses Konzept aber auch möglich wird: Kinder, die am Anfang ein bisschen mehr Zeit brauchen, bleiben einfach ein Jahr länger in ihrer Raupengruppe. Wer dagegen schon sehr weit ist, könnte die Eingangsphase auch in einem Jahr absolvieren. „Möglicherweise haben wir im nächsten Jahr so einen Fall. Das ist ein richtiges Mathe-Genie“, sagt Bowmann.

 Beim gemeinsamen „Raupensporttag“ lernten sich die jetzigen und die zukünftigen Raupen am Donnerstag schon einmal kennen. So warten Lene und Robin, noch Kindergartenkinder, gemeinsam mit den „Großen“ in der Schlange zum „Wassertragen“. Ganz neu sind die Gesichter für sie nicht: So ist „Raupe“ Maiut die Cousine von Lene, und Lene hofft, dass sie im kommenden Jahr in dieselbe Gruppe kommt.

 Auch die Klassen haben die zukünftigen Schulkinder schon besichtigt. Sie sehen anders aus, als Eltern es von früher gewohnt sind. Die Bänke stehen verstreut, auf individuelles Arbeiten ausgerichtet, nicht für Frontalunterricht. Im Nebenraum ist Platz für Sprachförderung und andere individuelle Maßnahmen. Dafür ist in der Mitte viel Platz für verschiedene Aktionen. „In den Sommerferien bekommen alle Raupen einen neuen Teppich“, freut sich Bowmann. Dann kann man sich dort auch mal gemeinsam hinsetzen.

 Einziger Nachteil dieses Konzepts: „Es ist ein Riesenaufwand für die Lehrerinnen“, weiß Bowmann, „zum Glück haben wir hier sehr engagierte Kolleginnen“.

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Ein Artikel von
Andrea Seliger

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