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Neugier auf den Wolf

Grundschule Lütjenburg Neugier auf den Wolf

„Die Bayern jodeln, die Wölfe heulen eben“, so einfach kann die Erklärung für die Verständigung unter Menschen und Tieren sein. Der Lütjenburger Umweltberater Konrad Olexik traf auf große Neugier bei den Schülern der 4a der Lütjenburger Grundschule.

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Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Die Kinder der 4a der Lütjenburger Grundschule zumindest nicht.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Sie hatten bei der Aktion Leselust der Kieler Nachrichten mitgemacht und waren auf viele Artikel über den Wolf gestoßen. Die Jungen und Mädchen wollten nun unbedingt mehr über den grauen Jäger wissen, den sie dank der Zeitungslektüre „spannend“ finden.

 „Der Wolf ist kein Meerschweinchen. Der ist kein Kuscheltier“, sagte Olexik zu den Vorfällen, in denen die Tiere Schafe gerissen haben. Früher sei es für die Menschen ein großes Problem gewesen, wenn der Wolf in ihre Viehherden einbrach. „Die haben ja davon gelebt.“ Das sei auch der Grund für das schlechte Image, das die Tiere bei den Menschen hätten. Schuld daran sei eben der Konkurrenzgedanke. Olexik wusste noch einen anderen Grund für das miese Ansehen von Meister Isegrim: „Das hat auch etwas mit dem Märchen Rotkäppchen zu tun.“

 Der Umweltberater warb um Verständnis dafür, dass der Wolf Rehe und andere Tiere reiße. „Der hat ja keinen Aldi, der muss sich seine Nahrung irgendwo herholen“, sagte er zu den Grundschülern, die ihm gespannt lauschten und viele Fragen stellten. Eine Scheu oder Angst vor dem Thema zeigten die Viertklässler nicht. Im Gegenteil. Sie wollten haargenau wissen, wie denn ein Rudel Wölfe auf Jagd gehe. Die Tiere jagten mit einer Strategie und isolierten ihre Beute von der Herde. Dann verbeiße sich einer in der Hinterflanke des Rehs oder des Hirsches. Ein anderer Wolf töte es dann mit einem Biss in die Kehle, erklärte Olexik.

 Für Menschen sei der Beutegreifer allerdings keine Gefahr, so der Umweltberater. Er weiche ihm frühzeitig aus. Fast traurig mussten die Kinder erfahren, dass wohl auch niemals ein Wolfsrudel in Schleswig-Holstein heimisch wird. Dafür gebe es zu wenig Wald und zu viele Straßen. Das belegte auch der ausgestopfte Wolf, den Olexik mitgebracht hatte. Er war im Kreis Stormarn von einem Auto erfasst und getötet worden.

 Schleswig-Holstein sei nur ein Transitland für die Tiere auf ihrem Marsch nach Norden. Dass es in Dänemark genauso aussehe wie in Schleswig-Holstein und die Nord- und Ostsee den weiteren Weg versperrten, könnten die Wölfe ja nicht wissen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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