16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Kabinett tagt in der Berufsschule

Halt in Plön Kabinett tagt in der Berufsschule

Auf seiner Tournee durch die Kreise und kreisfreien Städte machte das Kabinett von Ministerpräsident Torsten Albig am Dienstag Station in Plön. Dass als Ort für die Sitzung der Landesregierung das Berufsbildungszentrum (BBZ) gewählt wurde, wertete Bildungsministerin Britta Ernst als „starkes Statement“.

Voriger Artikel
Heikendorf will fairer werden
Nächster Artikel
Landwirt klagt gegen Ausbaubeiträge

Das Team der Fleischereifachverkäuferinnen im 1. Ausbildungsjahr am Berufsbildungszentrum Plön verköstigte die Teilnehmer der Kabinettssitzung mit selbst gemachter Lasagne. Landrätin Stephanie Ladwig und Ministerpräsident Torsten Albig bedankten sich für den Service – nachdem alles aufgegessen war.

Quelle: Ralph Böttcher

Plön. Plöns Landrätin Stephanie Ladwig sagte, sie sei dankbar für die Aufmerksamkeit. „Bildung hat im Kreis Plön eine hohe Bedeutung.“

 Britta Ernst blieb es vorbehalten, die Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) mit 17,15 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 zu bestätigen. Mit dieser Summe aus Mitteln des Lands (6,6 Millionen Euro) und des Europäischen Sozialfonds (10,5 Millionen Euro) werden Grund- und Fachstufenlehrgänge für Auszubildende finanziert. Das Programm mache es möglich, „dass die Betriebe eine zukunftsorientierte und qualifizierte Ausbildung anbieten können“, sagte Ernst. Im Kreis Plön profitieren davon besonders die angehenden Maler und Lackierer am BBZ Preetz.

 Die Bildungsministerin warb ausdrücklich für das duale System. „Ein vollwertiger Einstieg ins Berufsleben.“ Viele wüssten gar nicht, dass mit einem Ausbildungsplatz ein mittlerer Abschluss möglich sei. Die ÜLU sei ein wichtiger Beitrag. Die Berufsbildungsstätten des Handwerks böten den jungen Menschen die Fachausbildung, die kleine Betriebe nicht leisten könnten, zum Beispiel Kenntnisse über den Umgang mit Kunden- und Arbeitsaufträgen oder die Anwendung von Hightech und Spezialtechniken.

 Ein weiteres großes Thema der auswärtigen Kabinettssitzung war wieder einmal die Flüchtlingssituation. Plöns Landrätin hatte als Gast erneut auf die große Belastung der Kommunen durch die Vorhaltung von Unterkünften hingewiesen. 100 000 Euro monatlich zahlen die Ämter und Städte im Kreis Plön nach ihren Angaben für rund 390 angemietete Wohnungen, die jetzt leer stünden. Das habe eine Erhebung in allen Sozialämtern ergeben. Problematisch sei auch, dass die Kosten pro Asylbewerber zu 90 Prozent vom Land erstattet, nach der Anerkennung (Flüchtlingsstatus) aber nur noch zu 35 Prozent vom Bund getragen würden.

 Albig räumte ein, dass seine Regierung das Problem der Vorhaltekosten „nicht ad hoc lösen konnte“. Auch könne er den Kommunen aufgrund der unklaren Situation keine Empfehlung geben. „Die Entwicklung ist nun mal nicht vorhersehbar.“ Er plane aber lieber „konservativ“ mit höheren Flüchtlingszahlen. „Damit sind wir bisher gut gefahren.“

 Einig waren sich der Ministerpräsident und die Landrätin, dass in der Flüchtlingsfrage die Finanzierung nur eine Seite sei. Albig: „Das ist jetzt alles Geplänkel auf Haushaltsjahrsebene.“ Die wichtigen Entscheidungen mit Bedeutung für die Zukunft beträfen die Ausstattung mit Lehrern und Bildungseinrichtungen.

 Im Anschluss an die Sitzung servierten die Auszubildenden der Unterstufe Fleischereifachverkäuferinnen am BBZ Plön selbst gemachte Lasagne. Die Tische im Speisesaal hatten sie den Gästen zu Ehren in den Landesfarben Blau-Weiß-Rot dekoriert. Dafür hatte die Klasse extra um 8 Uhr angefangen. Die Kabinettsmitglieder nutzten den Nachmittag, um Betriebe und Einrichtungen im Kreis Plön zu besuchen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3