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Tierischer Besuch für Senioren

Haus am Klostergarten Tierischer Besuch für Senioren

Ein neues Angebot möchte die Klinik- und Notfallseelsorgerin Fanny Dethloff in Preetz etablieren. Sie plant, einen Besuchsdienst mit Hunden für das Alten- und Pflegeheim Haus am Klostergarten einzurichten. Dafür sucht sie noch weitere Mitstreiter.

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Nike Asendorpf (rechts) freut sich über den Besuch von Fanny Dethloff mit ihrem Hund Murmel.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Auf dem Gesicht von Nike Asendorpf breitet sich ein strahlendes Lächeln aus. Die 98-jährige Dame, die im Haus am Klostergarten wohnt, beugt sich vor und streichelt den Kopf von Murmel. Fanny Dethloff ist mit ihrem Golden Retriever-Münsterländer-Mischling zu Besuch gekommen. „Der ist vom Charakter her total lieb“, lobt sie ihren zwei Jahre alten Hund.

 Sie habe keine Angehörigen mehr, erzählt Nike Asendorpf, und erhalte deshalb auch keinen Besuch. Noch mit 80 Jahren sei sie stundenlang mit ihrer eigenen Hündin spazieren gegangen. „Die war zwei Jahre alt, als ich sie bekommen habe, und war vorher bei sechs verschiedenen Besitzern.“ Schließlich landete der Vierbeiner im Tierheim, wo sie ihn entdeckte. „Es war ein ganz enges Verhältnis“, erinnert sie sich. Bei den Spaziergängen lernte sie zwei andere ältere Hundebesitzerinnen kennen, mit denen sie immer zusammen unterwegs gewesen sei.

 Inzwischen seien aber alle schon gestorben. Hunde seien für sie etwas ganz Besonderes: „Ein Tier spürt das, wenn es von jemandem geliebt wird“, meint sie und fügt hinzu: „Und wenn man niemanden weiter hat, weil alle gestorben sind, gibt ein Tier einem auch die Liebe, die man selbst braucht.“ Dann beugt sie sich wieder zu Murmel und streicht ihm über den Rücken.

 Fanny Dethloff stellt sich vor, dass die Teilnehmer am Besuchsdienst mit ihren Hunden einmal im Monat einen Bewohner im Haus am Klostergarten besuchen und eventuell auch mit ihm spazieren gehen. Es seien bewusst nur Einzelbesuche geplant: Nur ein ausgebildeter Therapiehund könne in eine Gruppe gehen. Man müsse auch auf das Tier Rücksicht nehmen. „Wenn ich mit meinem Hund in zwei Zimmer gehe, reicht ihm das – dann wird er schon müde.“

 Das Angebot kenne sie aus ihrer Zeit als Pastorin in Hamburg. Dort seien die Tiere in Kindergärten, Schulen sowie Behinderten- und Demenzeinrichtungen gern gesehene Gäste. „Viele ältere Menschen hatten früher selbst Tiere und freuen sich riesig“, erzählt sie. Gerade bei Depression und Demenz könne der Besuch sehr hilfreich sein. Auch die Beweglichkeit der Senioren nehme zu, hat sie beobachtet. Und es hilft gegen die Einsamkeit: „Plötzlich ist da ein warmes, weiches Lebewesen.“

 Wer Interesse hat, kann am Montag, 29. Februar, von 17.30 bis 19 Uhr – erst einmal ohne Hund – ins Haus am Klostergarten (Kommunikationsraum 1) kommen. Anmeldungen nimmt Fanny Dethloff unter Tel. 04342/801424 entgegen.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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