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Neuer Blick auf die Alte Schwentine

Heimatkunde Neuer Blick auf die Alte Schwentine

„Die Alte Schwentine lag immer im Schatten der Bungsberg-Schwentine“, bedauert Gerd Dreßler. Das möchte der Preetzer gerne ändern. Zusammen mit Theresia Künstler aus Stolpe hat er einen Artikel für das Jahrbuch der Arbeitsgemeinschaft Heimatkunde im Kreis Plön geschrieben.

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Gerd Dreßler will die Bedeutung der Alten Schwentine – hier in der Gemeinde Postfeld – für Preetz und Umland stärker ins Bewusstsein rücken.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Die beiden Autoren, die sich seit einigen Jahren mit dem bei Bornhöved entspringenden Fluss beschäftigen, bieten eine umfangreiche und reich bebilderte kulturhistorische Beschreibung der Landschaft entlang des Flusses von Bornhöved bis Preetz. Sie wollen die Bedeutung dieses Gewässers – auch für die Stadt Preetz – mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

 Der Flussname sei mit dem historischen Sventanafeld bei Bornhöved verbunden, wo Verbündete der Karolinger 798 die aufsässigen transelbischen Sachsen schlugen, erklärt Dreßler. Im 17. Jahrhundert sei die Quelle der Schwentine allerdings offiziell zum Bungsberg verlegt worden. Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe man sich wieder an die geschichtlichen Ereignisse erinnert und die Namensgebung hinterfragt. Daraufhin habe man den Fluss, der auf der Strecke von Bornhöved bis Preetz verschiedene Namen trägt, ab den 30er-Jahren als Alte Schwentine bezeichnet. „Diesen Namen hat es so früher nie gegeben“, sagt Dreßler.

 Auch in den amtlichen Karten des Landesvermessungsamtes Schleswig-Holstein führe der Fluss den Namen Alte Schwentine, ergänzt durch die Bezeichnung Kührener Au, unter dem er in seinem Unterlauf auch bekannt sei. In Preetz werde ein Teilstück des Flusses wegen der ehemals anliegenden Klostermühle Mühlenau genannt. „So heißen Hunderte von Flüssen in Deutschland“, meint Dreßler. „Die Brückenschilder in Preetz nennen ergänzend den Namen Postau und lassen damit mehr Fragen offen als zu informieren“, kritisiert er. Er fordert deshalb neue Schilder mit dem Namen Alte Schwentine, wie sie flussaufwärts an weiteren Straßenbrücken im Kreis bereits stehen.

 Mit dem geplanten Abriss der Turbinenkammern unter der Brücke am Harderpark sollen in diesem Jahr die letzten Überreste der Klostermühle beseitigt werden und einer Sohlgleite weichen, die den Fischen den Aufstieg ermöglichen soll. „Preetz hätte für die Restaurierung der mächtigen Turbinenkammern 120 000 Euro aufwenden müssen, um dieses einmalige Backsteinbauwerk zu erhalten“, sagt Dreßler. Diese Möglichkeit sei 2012 verworfen worden.

 Die Arbeiten für die Sohlgleite böten auch die Gelegenheit, den Harderpark landschaftlich so umzugestalten, dass der Uferbereich und der Zusammenfluss der beiden Schwentinen für Spaziergänger zu einem Erlebnis würden. „Dann wird das Wasser über ein langgestrecktes Steinbett flussabwärts sprudeln und der ökologische Nutzen der Anlage für die Umwelt sichtbar.“ Auf Info-Tafeln könne man über die Geschichte und die Hintergründe der Namensverwechslung informieren, so seine Idee. Der alte Mühlstein, derzeit neben der Brücke versteckt, könnte im Park ebenso einen neuen Platz finden wie Steine aus den historischen Turbinenkammern. „Und das Ufer sollte man so umgestalten, dass man den Blick auf das Wasser richtig genießen kann – vielleicht mit einer kleinen Terrasse.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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