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Mit Holz-Ostereiern fing alles an

Helmstorf Mit Holz-Ostereiern fing alles an

Es war wohl eher Zufall, dass Uwe Thode aus Kühren seine Begabung entdeckte, schöne Dinge aus Holz zu schaffen. Das war 2013. Seither gibt er die Figuren, Vasen, Schalen und Teelichthalter gegen einen Obolus ab. Den Erlös spendete er der Kinderkrebsstation des UKSH in Kiel. Bis heute insgesamt 6800 Euro.

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Fliegenpilze, Katzen, Teelichthalter und Vasen fertigt Uwe Thode an, weil er Spaß an seiner Arbeit hat. Der Verkaufserlös geht an die Kinderkrebsstation.

Quelle: Orly Röhlk

Helmstorf. „Ich bin dankbar, dass ich überhaupt so weit gekommen bin. Normalerweise sollte ich nicht mehr auf Gottes Erdboden sein“, begründet der Schlosser sein Engagement. Denn ein Jahr zuvor, 2012, hatte der heute 57-Jährige die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhalten, verbunden mit der Nachricht, er habe nur noch ein halbes Jahr zu leben. „Die Heilungschance liegt bei unter einem Prozent“, weiß Thode, der damals seine Arbeit als Maschinist in einem Kieswerk aufgeben musste. Er kann sich noch gut an seinen letzten Arbeitstag erinnern, den 26. April 2012. Es folgten eine Operation und zwei Chemotherapien.

Der Mann, der mit drei Geschwistern aufwuchs und einen großen Familienkreis hat, gab sich nicht auf, kämpfte, probierte alternative Heilmethoden aus und fährt regelmäßig zur Akupunktur nach Segeberg. Dorthin schickte ihn sein damaliger Arbeitgeber, der bis heute die Sitzungen bezahlt. „Bei einer solchen Diagnose greift man nach jedem Strohhalm“, blickt er zurück. „Erst die zweite Chemo schlug an, im April 2013 hieß es, ich bin über den Berg.“ Was ihm fehlte, war eine Beschäftigung, um die freie Zeit auszufüllen, und so kam es, dass er seinem älteren Bruder Klaus an der heimischen Drehbank über die Schulter schaute und selbst das Drechseln ausprobierte.

„Mit Ostereiern fing es an.“ Die meisten Stücke sind aus Birke, manche aus Tanne, Esche oder Buche. Uwe Thode bekommt das Holz geschenkt, darf sich aus dem Restecontainer der örtlichen Zimmerei Steen Abfallholz heraussuchen, werkelt manchmal den ganzen Tag, schneidet zu, drechselt, leimt, poliert, verstreicht Oliven- oder Rapsöl. Selten Lack, nur für Pilze, die draußen stehen sollen. Saisonbedingt verlassen Hasen und Katzen, Schneemänner, Elefanten und Pferde, Tortenplatten und Vogelkästen die kleine Werkstatt.

Anfangs habe er drei Mal auf dem Lütjenburger Wochenmarkt seine Exponate verkauft. Das sei aber zu stressig gewesen. „Ich musste 14 Tage produzieren, um dort einen halben Tag zu stehen.“ Heute kommen die Kunden per Mundpropaganda zu ihm nach Hause. Thode ist es ein Anliegen, all denen zu danken, die ihn bei seiner Aktion unterstützen. „Es gibt Tage, da geht es mir gut, und Tage, wo es mir nicht so gut geht“, zieht er Bilanz. Drei Mal hat er bisher auf der Kinderkrebsstation Geld und Holzspielzeug für das Spielzimmer übergeben. „Wenn man die kleinen Kinder sieht. Sie sind so fröhlich, sie kennen es nicht anders“, sagt er sichtlich bewegt. Er selbst ist gesundheitlich angeschlagen, unterzieht sich alle Vierteljahr einer Kontrolle. „Bis jetzt ist alles im grünen Bereich“, gibt sich Uwe Thode verhalten optimistisch. „Bis jetzt habe ich immer noch Glück gehabt.“

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