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Gemeinde zeigt Flagge

Helmstorf bekommt strenge Vorschriften Gemeinde zeigt Flagge

Seit genau 30 Jahren führt die Gemeinde Helmstorf etwas im Schilde: ein eigenes Wappen. Die Symbole Mühle, Hufeisen und Flusslinien sollen nun auf eine Flagge kommen. Doch wer denkt, man nehme ein Stück Stoff und drucke einfach das Wappen drauf, der täuscht sich gewaltig.

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So könnte die Flagge der Gemeinde Helmstorf aussehen: ohne schwarze Umrandungen wie im Wappen. Selbst die Hufnägel sind rot. Zur Auswahl steht noch eine Variante, in der die Farbtöne eine Spur dunkler sind.

Quelle: Stefan Corves

Helmstorf. Für das flatternde Hoheitszeichen Helmstorfs gelten die strengen Regeln der deutschen Heraldik.1985 zeichnete der frühere Kreisdenkmalpfleger Henning Höppner das Helmstorfer Wappen. Die Mühle steht für die historische Anlage auf dem Gut, die 1314 das erste Mal erwähnt wurde. Die drei Ortsteile Kühren, Helmstorf und Wetterrade finden sich in drei Hufweisen wieder. Schließlich gibt es jede Menge Pferde in der Gemeinde. Und in der Bachlinie verewigt sich die Kossau. Soweit so gut.

 Der Gemeindevertreter Stephan Corves setzte sich nun hin und zeichnete am Computer einen ersten Entwurf. Er ist Kameramann beim NDR und mit einigem kreativen Geschick ausgestattet. Er stand vor der Aufgabe, das Halbrunde (Wappen) in ein Eckiges (Flagge) zu verwandeln. Alle Symbole und Farben fanden sich auch wieder, aber der Vorschlag fiel bei den Prüfern des Landesarchivs zunächst durch. Es musste nachgebessert werden. Was er nicht wusste: Abgrenzungslinien in Schwarz, wie sie für Wappen gestattet sind, haben auf Wappenflaggen nichts zu suchen. So entfallen die Linien um das Mühlenrad und die Hufeisen. Sie dürfen nur in der Farbe der Umgebung sein. Die Hufnägel sind auf der Helmstorfer Flagge zukünftig rot gefärbt, während sie auf dem Wappen schwarz sind. Ein weiteres Detail störte die Landes-Heraldiker. Corves hatte die kleine Achse des Mühlenrades rund gezeichnet, auf dem Wappen ist sie eckig. Geht so nicht. Auch die etwas üppigeren Zacken an den Mühlenschaufeln ließ die Behörde wieder schleifen. Der aktuelle Geschmack zählt nicht, nur das, was damals festgelegt wurde. Und nur das. Selbst bis in Details.

 Die Alternative schmeckte Bürgermeisterin Birgitta Ford und ihren Mitstreitern nicht. „Wir hätten einen Antrag stellen müssen, das Wappen zu ändern.“ Zu umständlich, zu zeitaufwendig und wahrscheinlich auch zu teuer.

 Der neueste Entwurf entspricht nun den Vorgaben des Landesarchivs. Die Helmstorfer dürfen in ihrer abschließenden Gemeindevertretersitzung sogar noch zwischen zwei Farbvarianten auswählen, von denen eine vom Wappen leicht abweicht. An dieser Stelle sind die Heraldiker großzügig. Auch wenn das alternative Rot nur etwas dunkler ausfällt. Aber immerhin ist die Kreativität nicht gänzlich erstickt.

 Die Helmstorfer Flagge wird es in zwei Größen geben. Die eine für den kleinen Mast im Vorgarten kostet etwa 30 Euro. Für eine große Hissflagge (1,50 mal 2,50 Meter) für besondere Anlässe müssen die Bürger etwa 50 Euro bezahlen. Dafür bekommen sie aber ein Hoheitszeichen mit exakter heraldischer Echtheitsgarantie, das im nächsten Jahr erstmals im Wind über Helmstorf wehen dürfte.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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