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Katrin Rohde staunt über Erfolg

Hilfsprojekt Ampo Katrin Rohde staunt über Erfolg

Als Katrin Rohde vor 20 Jahren ihre Buchhandlung in Plön verkaufte und ihren Haushalt auflöste, um sich im westafrikanischen Staat Burkina Faso um Straßenkinder zu kümmern, nahm eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf, die beispiellos ist.

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Kathrin Rohde (rechts) und Birka Böhling begutachten Schmuck aus Burkina Faso.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Aus den Anfängen mit dem kleinen Haus für zwölf Straßenkinder wurde gewissermaßen eine Kleinstadt, aus dem Wunsch zu helfen die Hilfsorganisation Ampo (Association Managré Nooma pour la Protection des Orphelins), die über Spenden finanziert wird, die der Verein Sahel einwirbt.

 „Ich wundere mich schon gar nicht mehr, ich staune nur noch“: Wenn Katrin Rohde über das von ihr initiierte Hilfsprojekt mit mittlerweile Waisenhäusern für 120 Kinder, einer Landwirtschaftsschule, einer Krankenstation und einer Beratungsstelle für junge Frauen in Notlagen nachdenkt, gerät sie ins Schwärmen. Allein die ambulante Krankenstation sei ein Segen, pro Jahr würden dort rund 50000 Personen medizinisch versorgt.

 Burkina Faso ist einer der ärmsten Staaten der Erde und zählt zur Gruppe der hochverschuldeten Entwicklungsländer, in dem von 1987 bis 2014 Präsident Blaise Compaoré herrschte. Kritik an seiner Amtsführung führte im Herbst vergangenen Jahres zu blutigen Unruhen, die in der Entmachtung des Präsidenten durch das Militär mündeten. Er trat am 1. November von seinem Amt zurück und floh ins Nachbarland Elfenbeinküste.

 Die Nachwirkungen seiner Politik sind heute deutlich zu spüren, wie Katrin Rohde feststellt: 40 Prozent der Bevölkerung ist unter 14 Jahre alt und ohne Ausbildung – „das sind die Leute, die übers Mittelmeer nach Europa flüchten“. Auch wenn Ampo da nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist: „Wer ausgebildet ist, muss das Land nicht verlassen“, ist sie sich sicher und verweist darauf, dass fast alle ihrer Schützlinge im Land bleiben. Katrin Rohde weiß lediglich von dreien, die ordnungsgemäß nach Europa übergesiedelt sind und dort Arbeit gefunden und Familien gegründet haben.

 Katrin Rohde wird nicht müde, die Erfolgsgeschichte in Vorträgen vorzustellen. So war sie Anfang der Woche in Berlin, wo sie an Schulen und in einer Veranstaltung des Auswärtigen Amtes erfolgreich für ihr Projekt geworben hat. Ende Juni reist Katrin Rohde nach Burkina Faso zurück und packt etwas Neues an: das Restaurant-Projekt. Dort sollen Köche und Servicekräfte ausgebildet werden.

 Heute, 9. Mai, ist Katrin Rohde von 10 bis 14 Uhr in der Sahel-Geschäftsstelle in Plön (Lübecker Str. 6) zu Gast und beantwortet am Tag der offenen Tür Fragen zu ihrem Lebenswerk.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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Sahel e.V.
Foto: Kathrin Rohde, ehemalige Buchhändlerin aus Plön und Preetz, hat mit dem Verein Ampo im westafrikanischen Burkina Faso ein soziales Zentrum errichtet, das weltweit seinesgleichen sucht. Gemeinsam mit Dénis Yameogo, dem Leiter der Krankenstationen, war sie zur Jahresversammlung des Vereins Sahel, der die Ampo-Arbeit finanziell trägt, angereist.

An diesem Wochenende treffen sich im Seehof bei Plön 88 Mitglieder des Vereins Sahel. Die Entwicklungshelfer sind seit über 20 Jahren in Burkina Faso auf Initiative der Plönerin Katrin Rohde tätig. Sie zeigen eine Zusammenarbeit, wie sie besser nicht funktionieren könnte.

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