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Jungbrunnen für historisches Zimmer

Heimatmuseum Preetz Jungbrunnen für historisches Zimmer

Im ersten Geschoss des Heimatmuseums in Preetz befindet sich ein kleiner Raum – das „historische Zimmer“. Bei der Renovierung waren Malereien unter den Tapeten entdeckt worden. Die Arbeiten wurden daraufhin gestoppt und das Landesdenkmalamt hinzugezogen. Jetzt wird das Zimmer restauriert.

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Lothar Hoffmann restauriert das historische Zimmer im Heimatmuseum Preetz.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Seit zehn Tagen ist der Ahrensburger Restaurator Lothar Hoffmann vor Ort. Die dunklen Holzpaneele sind mit Folien abgedeckt, im Raum steht eine Trittleiter, ein Strahler sorgt für genügend Licht. „Im Rahmen der Sanierung hat man festgestellt, dass hier ja mehr ist als nur eine Tapete“, erzählt er. Die Malereien finden sich an der Wand, aber vor allem auch an der Kassettendecke. Nach der Besichtigung durch das Denkmalamt habe Heinke Heintzen als Vorsitzende des Heimatvereins noch mal etwa ein halbes Jahr gebraucht, um die Finanzierung für die anstehenden Arbeiten sicherzustellen.

 Hoffmann hat zunächst eine sogenannte Befundsicherung vorgenommen, um festzustellen, wo sich was befindet. Die Tapete wurde vorsichtig abgelöst. „Ursprünglich war das ein großer Raum hier“, erzählt er und zeigt zum nebenan liegenden Ausstellungsraum. Er schätzt, dass gegen 1860 ein kleines Kabinett abgeteilt worden sei. Die neue Wand sei im kleinen Zimmer braun gestrichen worden. „Das ist natürlich zu dunkel für Ausstellungen“, meint er. Deshalb soll später eine hellere Farbe aufgetragen werden.

 Die Wandmalereien, die bei der Renovierung schon im größeren Zimmer entdeckt worden waren, finden sich auch im abgeteilten Raum. Die Wand ist allerdings über einer neuen elektrischen Leitung, die irgendwann verlegt worden war, vom Putz durchzogen. Die Malerei soll zwar wiederhergestellt werden, aber nicht sichtbar sein. Sie verschwindet unter einer Papiertapete, die ebenfalls gestrichen wird. „So wird sie erhalten – aber unser Hauptaugenmerk liegt darauf, den Raum in seinem ursprünglichen Zustand wieder herzurichten“, betont Hoffmann.

 An den verbliebenen Farbresten an der Decke könne er erkennen, wie sie einmal ausgesehen habe. Zunächst seien die Farbschichten analysiert worden. Die Malerei sei einfach und schlicht, aber sehr reizvoll. „Das ist alles frei Hand gemalt worden, ohne Schablone“, erzählt der Restaurator. Das sei schon eine Besonderheit. Er zeichne jetzt alles auf eine Pause ab und übertrage sie auf die freien Flächen, die er dann ebenfalls freihändig ausmale. Die Farbtiefe der mehr als 100 Jahre alten Zeichnungen könne man nicht erreichen, aber es werde anschließend sehr homogen aussehen: „Wenn es fertig ist, denkt man, so war es schon immer.“ Er blickt wieder nach oben und lobt: „Das ist recht schwungvoll gemacht, der Maler verstand was von seinem Handwerk.“

 In rund vier Wochen will er fertig sein. Danach könne man den Teppich hochnehmen und schauen, inwieweit man auch den Original-Linoleumboden – „so etwas findet man nur sehr selten“ – instandsetzen kann. Der Raum könne beinahe authentisch wiederhergestellt werden. „Das Kabinett wird ein kleines Prunkstück“, freut er sich.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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