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Auf den Spuren der Vergangenheit

Alte Schwentine in Preetz Auf den Spuren der Vergangenheit

Die Arbeiten für eine Sohlgleite im Harderpark in Preetz schreiten voran. Zurzeit läuft das Wasser der Alten Schwentine über eine neu angelegte Rinne, das Bachbett selbst ist fast trocken. Ein Paradies für Klaus Schöllhorn: Der Preetzer sucht dort täglich nach Spuren der Vergangenheit.

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Heinke Heintzen präsentiert im Heimatmuseum das zerbrochene Gefäß, das im Haderpark gefunden wurde und auf eine frühe slawische Besiedlung hinweist.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Schon vor zwei Jahren seien Scherben eines Gefäßes im Harderpark in der Nähe des Zusammenflusses der Alten Schwentine, in Preetz auch Mühlen- oder Postau genannt, mit der Bungsberg-Schwentine entdeckt worden. Dieser Fund sei im Heimatmuseum eingelagert worden, erzählt Schöllhorn. Als der Bau der Sohlgleite angekündigt wurde, juckte es ihn in den Fingern. „Mir war durch Recherchen bekannt, dass dort etwas liegen könnte.“ In der Vergangenheit habe die Halbinsel im Scharsee den Mittelpunkt der slawischen Forschung gebildet, erzählt der Hobby-Historiker. Doch auch an der Backwiese in Preetz sei ein slawischer Wohnplatz entdeckt worden. Schöllhorn verweist auf Dr. Karl Hucke, ehemaliger Leiter des Kreismuseums in Plön, der 1938 und 1961 Forschungen im Bereich der Backwiese unter anderem im Zusammenhang mit den Bauarbeiten für das Klärwerk Preetz unternommen habe.

Zusammen mit der Leiterin des Heimatmuseums, Heinke Heintzen, wollte Schöllhorn nun das Thema „slawische Keramik“ weiter unter die Lupe nehmen. „Dank historischer Funde an Postau und Schwentine in den vergangenen Jahren und deren wissenschaftlicher Betrachtung wurde klar, dass auch hier slawische Kultur das Bild prägte“, erklärt er. Bei dem zerbrochenen Gefäß aus der Uferkante solle es sich um einen slawischen Topf des Sukower Typs aus dem achten oder frühen neunten Jahrhundert handeln. Er könnte auf eine frühe Phase der Besiedlung hinweisen.

Schöllhorn initiierte eine Begehung des Harderparks mit Heinke Heintzen und Ingo Lütjens von der Dienststelle Neumünster des Archäologischen Landesamts. Dabei stellte Lütjens auch den Archäologischen Atlas für Schleswig-Holstein vor. „Bei der Betrachtung stellten wir fest, dass für Preetz geschichtlich wichtige Fundpunkte fehlen“, erzählt er. Dank der verstorbenen Archäologin Johanna Brandt und Heinke Heintzen seien zahlreiche Funde mit Bildern dokumentiert und archiviert worden. Schöllhorn hat nun diese Dokumentationen gesichtet, um den Atlas mit insgesamt 16 Fundpunkten und Erläuterungen zu ergänzen. Zum Beispiel mit dem 1989 freigelegten Bohlenweg am Garnkorb. „Einer der größten Funde – ich bin erstaunt, dass der nicht gemeldet war.“

Heinke Heintzen packt im Heimatmuseum vorsichtig das zerbrochene Gefäß aus. „Wir sitzen hier auf den Anfängen von Preetz“, sagt sie und zeigt zum benachbarten Harderpark hinüber. Auch die 82-Jährige schaut dort täglich, ob sie „auf der Spur der Slawen“ noch etwas entdecken kann. Die rund 1100 Jahre alten Scherben möchte sie gerne wieder zusammensetzen lassen, um den Topf im Heimatmuseum ausstellen zu können.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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