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Windräder unerwünscht

Högsdorf Windräder unerwünscht

Wenn es nach den Högsdorfern geht, wird es im östlichen Teil des Amts Lütjenburg keine Windräder geben. Mit sieben zu zwei Stimmen sprach sich die Gemeindevertretung gegen den Bau von Anlagen aus.

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In einigen Gemeinden des Amts Lütjenburg könnten Windräder aufgestellt werden. Die Landschaft würde dann so aussehen wie hier bei Bokel im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Quelle: Gunda Meyer

Högsdorf. Anlass zur Diskussion ist eine Karte des Lands, auf der neue „Abwägungsbereiche“ für die Windenergienutzung ausgewiesen sind. Diese Bereiche finden sich in den Gemeinden Blekendorf, Kletkamp, Helmstorf und Dannau. Ob dort tatsächlich Windräder gebaut werden dürfen, ist noch nicht entschieden. In Högsdorf selbst finden sich keine geeigneten Flächen, dennoch stemmt sich die Gemeinde gegen die Pläne in der Nachbarschaft. Bürgermeister Klaus-Peter Klasen sieht die „einmalige Schönheit der Landschaft“ in Gefahr. Als Negativbeispiel führte er den Nachbarkreis Ostholstein an, wo es im östlichen Teil zahlreiche hässliche Anlagen gebe. Er warnte vor einem Wertverlust der Immobilien, den er allein für die kleine Gemeinde Högsdorf auf 12,5 Millionen Euro hochrechnete. „Wer will uns das ausgleichen.“ Eine weitere Gefahr sieht Clasen in dem Infraschall, den die Windräder produzieren sollen.

 Gemeindevertreter Hubertus Karaschewski steht der Windenergie nicht so kritisch gegenüber. „Alle wollen auf der Autobahn fahren, aber keiner will sie vor seiner Tür haben.“ Ein Landschaftsbild wie bei Altenkrempe im Kreis Ostholstein könne man akzeptieren.

 Julian Scharffetter zweifelte daran, dass aus den Abwägungsbereichen tatsächlich einmal Flächen für Windräder werden. Das Vorkommen von Seeadlern gelte beispielsweise als Ausschlussgrund. „Dann ist die Landkarte wieder frei“, sagte er mit Blick auf die eingezeichneten Gebiete.

 Das Thema Windkraft wird auch die anderen Gemeinden beschäftigen. In Helmstorf tagt dazu die Gemeindevertretung am 3. Mai. In der Gemeinde sind zahlreiche Flächen in dem Auswahlverfahren, die in großen Teilen auf dem Gebiet des Guts Helmstorf liegen. Bürgermeisterin Birgitta Ford schätzt die Stimmung im Ort bezüglich der Windräder eher ablehnend ein.

 Dannaus Bürgermeister Roland Feichtner, rechnet nicht damit, dass Windräder in den kleinen Ortsteil Gowens kommen. Der Vorschlag scheiterte bereits vor einigen Jahren wegen eines Rastplatzes für Zugvögel. Windenergie lehnt er aber nicht ab, auch wenn die Anlagen nicht schön aussehen würden. „Wenn wir von der Atomenergie wegkommen wollen, bleibt uns nichts anders übrig.“

 In Blekendorf sprach man sich in der Vergangenheit bereits für den Bau von Windrädern aus, scheiterte aber an der Landesplanung. Begründung: Der Ort ist eine Feriengemeinde. Nun stehen erstmals vier Flächen südlich der B202 und damit weit entfernt von der Ostseeküste zur Prüfung an.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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