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Musizieren auf dem Heuboden

Hof Brache Musizieren auf dem Heuboden

Seit zehn Jahren kommen die Jungen Symphoniker Hamburg zum Probenwochenende auf Hof Brache zu Familie Weiß. Sie reisen aus der Hansestadt aufs Land, um dort ihre Sinfonien in der Abgeschiedenheit zu proben und natürlich am Ende des Intensiv-Musizierens auch ein Konzert für die Öffentlichkeit zu geben.

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Die Musiker üben 14 Stunden am Tag, wenn sie auf Hof Brache zu Gast sind.

Quelle: Claudia Josefus-Szellas

Wahlstorf. Seit über 40 Jahren leben Brigitte und Hans Weiß auf Hof Brache. „Damals hatten wir lange nach so einem Ort gesucht und diesen dann gefunden“, sagt Hans Weiß. Der Kinderarzt und die Lehrerin in Rente kamen dabei eher zufällig auf die Musik, die heute den Hof mitbestimmt. „Wir lebten hier lange nur als Großfamilie“, so Brigitte Weiß.

 Alle ihre Kinder musizierten. Tochter Lisa, die Violinistin ist, führte vor etwa 25 Jahren auf dem Heuboden ein Theaterstück auf. „Das war die Initialzündung und bekam eine Eigendynamik“, erinnert sich das Ehepaar. Die beiden Hamburger hatten oft Freunde von der Elbe zu Gast, und so sprach es sich schnell herum, dass man hier perfekte Übungsmöglichkeiten hatte. „Erst war es nur für den Freundeskreis, dann für die Öffentlichkeit“, so Hans Weiß. Daraus entstanden die internationalen Musiktage, die in diesem Jahr bereits das 13. Mal ausgetragen werden.

 Mittlerweile sind die Wochenenden bereits bis ins nächste Jahr ausgebucht: Der Jugendchor der Oper Kiel, das Rahlstedter Gymnasium aus Hamburg, die Lübecker Hochschule, die Preetzer Bigband und viele mehr wissen den Reiz des etwa 250 Quadratmeter großen ausgebauten Heubodens zu schätzen. 66 Betten und Selbstverpflegung sind hier vor Ort. Im alten Kuhstall ist der Essensraum, alles liebevoll in Eigenarbeit von Familie Weiß ausgebaut.

 Auch die Jungen Symphoniker Hamburg kommen immer wieder an diesen abgelegenen Ort. „Der Kontakt zum Hof Brache kam über eine Mitspielerin“, erläutert Jan Wulf, der im Orchester Bratsche spielt und die Organisation macht. „Raus aus dem normalen Probenraum und mal so lange Musik zu spielen, wie man Lust hat, das kann man hier bestens“, sagt Wulf. Denn nach den gut 14 Stunden gemeinsamen Üben, geht es abends meist noch weiter.

 Logistisch ist das für die gut 70 Probenden zwischen Anfang 20 und Mitte 40 ein großer Aufwand: „In einem Transporter kommen die Instrumente wie Pauken und Trommeln“, so Wulf. Viele reisen mit eigenem Pkw an.

 Der 19-Liter-Kaffeefilterautomat sei im Dauerbetrieb. „Bei einem Preetzer Pizzaservice ordern wir schon eine Woche vorher unsere Pizzen“, verrät Wulf. Und was „neben“ dem Konzert noch wirklich wichtig ist: „Der Ausklang am Brache-Brunch. Das ist mit so viel Liebe zubereitet, da freuen wir uns besonders drauf.“ Doch bevor alles wieder Richtung Hamburg startet, wird noch der Termin fürs nächste Jahr festgezurrt, denn: „Mittlerweile haben wir so viele Anfragen, dass es kaum noch freie Zeiten gibt“, so Brigitte Weiß.

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Claudia Josefus-Szellas

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