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Flüchtlinge ins ADS-Schullandheim?

Hohwacht Flüchtlinge ins ADS-Schullandheim?

Das Amt Lütjenburg ändert angesichts der weiterhin hohen Flüchtlingszahlen notgedrungen seine Strategie für die Unterbringung der Menschen. Bisher kamen alle Neuankömmlinge dezentral in Wohnungen und Häusern unter. Jetzt sind auch Sammelunterkünfte im Gespräch.

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Das ADS-Schullandheim in Hohwacht ist für das Amt Lütjenburg als Übergangsquartier im Gespräch.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Das ADS-Schullandheim in Hohwacht könnte dabei als vorübergehendes Winterquartier dienen. Die Verhandlungen über eine eventuelle Anmietung des Schullandheimes laufen noch, teilte der Leitende Verwaltungsbeamte, Wolfgang Oellermann, auf Anfrage mit. Zwischen November und März nächsten Jahres könnten Flüchtlinge hier einen Platz finden. Wenn wieder Schulklassen ab April die Einrichtung buchen, müssten sie allerdings ein anderes Quartier beziehen. Wie viele Menschen im Schullandheim leben könnten, steht noch nicht fest, so Oellermann.

 Das Haus sei für Klassen mit Kindern ausgelegt, die für wenige Tage gemeinsam untergebracht würden, nicht für Erwachsene, die monatelang miteinander leben müssten. „Damit müssen wir sensibel umgehen.“ Das ADS-Schullandheim gibt die Bettenzahl selbst mit 130 an. Dies gilt allerdings für Kinder. Die Zahl der Flüchtlinge, die Platz finden, dürfte sehr deutlich darunter liegen. ADS steht für den Eigentümer Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig Grenzfriedensbund. Die Arbeitsgemeinschaft entstand in der Nachkriegszeit, als Antwort auf die Konflikte zwischen Deutschen und Dänen im Grenzgebiet. Heute ist der Verein Träger zahlreicher Kindergärten, von Schullandheimen und anderen sozialen Einrichtungen.

 Das Amt Lütjenburg steht zudem in Verhandlungen über eine weitere größere Immobilie in Hohwacht, in der früher ein Gasthof untergebracht war. Bereits unterschrieben ist nach Angaben von Oellermann der Mietvertrag über eine Ferienanlage in der Gemeinde Blekendorf.

 Das Amt Lütjenburg erwartet bis zum Jahresende noch rund 250 Flüchtlinge, die irgendwo untergebracht werden müssen. Für das kommende Jahr sind bislang 300 weitere Personen angekündigt. Bislang mussten alle Prognosen aber nach oben korrigiert werden.

 Bewegung kommt in die Diskussion, in der früheren Lütjenburger Schill-Kaserne Flüchtlinge vorläufig unterzubringen. Bürgermeister Dirk Sohn wird in den nächsten Tagen mit Vertretern des Innenministeriums Gespräche darüber führen, ob die Mannschaftsunterkünfte bezogen werden könnten. Im Raum steht, dass zwischen 750 und 1000 Menschen auf dem Kasernengelände wohnen können, bevor sie endgültig den Kommunen zugewiesen werden.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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Foto: Das Amt Lütjenburg findet nur noch schwer Wohnungen für Flüchtlinge. Das ADS-Schullandheim in Hohwacht wird jetzt zur Sammelunterkunft.

Das Amt Lütjenburg hat sich überraschend dazu entschlossen, das ADS-Schullandheim (Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig) in Hohwacht zu kaufen, um darin Flüchtlinge unterzubringen. Der Amtsausschuss stellte am Montag 730 000 Euro für den Kauf bereit. Die Immobilie bietet Platz für 50 bis 70 Menschen.

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