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Traum vom Sole-Brunnen

Hohwacht Traum vom Sole-Brunnen

Die Menschen im Mittelalter schätzten Salz als kostbares und würziges Gut. Der Badeort Hohwacht ist nun auch auf den Geschmack gekommen. Das geplante Gesundheitszentrum am Ostseestrand soll idealerweise mit Sole beheizt werden. Es gibt allerdings noch ungeklärte Fragen.

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Hohwacht plant, ein Gesundheitszentrum direkt am Ostseestrand zu bauen. Bürgermeister Matthias Potrafky (links) und Planer Wolfgang Vogel stellten den Bürgern die verschiedenen Ideen dazu vor. Im Mittelpunkt des Interesses: ein Sole-Bad.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohwacht. Fließt in 1200 Meter unter dem Hohwachter Strand tatsächlich warmes Salzwasser? Und übernimmt das Land eine Ausfallbürgschaft über die rund 1,8 Millionen Euro, die die Bohrung kostet, für den Fall, dass außer Geröll und Sand nichts gefunden wird? Bürgermeister Matthias Potrafky und Chef-Planer Wolfgang Vogel von der Firma Eku konnten darauf bei der Vorstellung der Pläne am Donnerstag noch keine Antworten geben.

 Der Geologe Dieter Michalzik machte die rund 80 Zuhörer mit der wichtigsten Grundregel beim Bohren vertraut: Man sieht erst, was man gefunden hat, wenn man mit der Bohrung unten ist. Nach allem, was man bisher über die Schichten unter der schleswig-holsteinischen Erde weiß, könnte aber eine Sole-Schicht dort unten liegen. Michalzik schätzt die Wassertemperatur auf 41 Grad und eine Leistung des langen Brunnens von 15 Litern pro Sekunde. Nur ein Teil davon würde Erholungssuchende mit kleinen Sole-Anwendungen erfreuen. Das Wasser soll vornehmlich dazu dienen, das Gesundheitszentrum mit einer Grundfläche von etwa 1100 Quadratmetern und weitere Häuser und Hotels in Hohwacht mit Wärme zu versorgen. Der Hohwachter Sole-Brunnen verfügt theoretisch über eine Wärmeleistung von einem Megawatt – wenn es die Quelle denn gibt. Als nächsten Schritt sucht die Gemeinde einen Unternehmer, der das geplante Fernwärmenetz betreibt.

 Zum Konzept des Gesundheitszentrums gehören weiter viele andere Puzzleteile, aus denen die Gemeindevertretung auf ihrer nächsten Sitzung die geeigneten heraussuchen will. In dem eingeschossigen Gebäude, von dem es bisher nur Ideen-Skizzen gibt, sollen weiter eine Sauna und verschiedene Fitnessräume untergebracht werden. Ein Arzt und ein Pflegedienst ergänzen das Angebot. An das Gesundheitszentrum schließt sich draußen ein weitläufiger Fitness-Parcours mit verschiedenen Geräten an. Bürgermeister Potrafky ist zuversichtlich, dass sich das Gesundheitszentrum mit einer „schwarzen Null“ betreiben lässt. Die Rechnung geht auf, wenn pro Jahr 25000 Besucher kommen. Der Eintrittspreis steht noch nicht fest. Er soll aber unter 20 Euro liegen. Weitere Einnahmen erzielt die Einrichtung aus der Vermietung von Räumen zum Beispiel an einen Arzt. Das Bauvolumen für das Gesundheitszentrum liegt schätzungsweise bei 3,8 Millionen Euro bei der Variante ohne Sole-Brunnen, dafür mit normaler Erdwärme

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