2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Schüler reden über Tod und Leben

Hospizverein Preetz Schüler reden über Tod und Leben

Für Erwachsene sind Tod und Trauer oft ein Tabuthema. Bei einem Projekt des Hospizvereins Preetz beschäftigte sich die Klasse 4b der Grundschule am Schwentinepark in Schwentinental aber genau damit. Bei der Abschlussveranstaltung gaben die Kinder dem Hospiz-Team durchweg gute Noten.

Voriger Artikel
Graffiti verdrängt Unterführungstristesse
Nächster Artikel
Leiste soll Anleger schützen

Da fliegen die guten Wünsche der 4b: Zum Abschluss des Projektes Hospiz und Schule hatten alle eine Nachricht auf einen Zettel geschrieben.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Acht Mal kamen die speziell geschulten Ehrenamtlichen in die Klasse. „Wir haben viel über Leben und Tod gesprochen“, berichtet die zehnjährige Sofia. „Besonders spannend war es, als die Krankenschwester kam“, erinnert sich die gleichaltrige Henriette – da habe sie viel Neues gelernt. Auch eine Bestatterin war zu Besuch. „ Die Kinder waren in ihren Fragen ganz offen“, sagt Klassenlehrerin Doris Nagelfeld. Das bestätigt die Erfahrung des Hospiz-Teams: Dritt- und Viertklässler seien bereits sehr wissbegierig, auch zu diesem Thema. Die Ehrenamtlichen haben eine besondere Schulung durchlaufen, um altersgerecht darauf eingehen zu können. „Wichtig ist der geschützte Rahmen“, meint Jutta Ludwig.

Dass das Projekt gelungen ist, konnte man an den positiven Rückmeldungen der Kinder auf der Abschlussveranstaltung sehen, aufgeschrieben auf ein langes Stück Papier. Auch bei den Eltern kam das an: „Die Frauen seien sehr nett und es habe Spaß gemacht“, hörten Martina Springborn und Kerstin Boll von ihren Töchtern.

In Gruppenarbeiten ging es auch um die eigenen Gefühle: Was macht einen traurig, was froh? „Langeweile“, „Lärm“ und „Hausaufgaben“ sind erwartungsgemäß auf der Negativliste, „Fußball“ und „Reiten“ gehören zu den Dingen, die Freude spenden, dort finden sich sogar „Schule“ und „Currywurst“.

Üblicherweise wird das Thema im Religionsunterricht besprochen. In den vierten Klassen können die Schüler jedoch bereits zwischen Religion und Philosophie wählen, wo sich die Gruppen dann aus allen Parallelklassen zusammensetzen. Doris Nagelfeld war jedoch wichtig, dass die Klasse komplett daran teilnehmen kann, deshalb verlegte sie es in gemeinsame Stunden. Für die Lehrerin gehört der Umgang mit Trauer und Traurigkeit einfach dazu, denn die Kinder brächten ihr Erlebnisse ja mit in die Schule. In der Klasse befinden sich auch einige Flüchtlingskinder, die bereits schlimme Erfahrungen machen mussten.

Zum Abschluss schrieben die 28 Kinder der Klasse gute Wünsche für ihre Mitmenschen auf einen Zettel – und ließen sie an heliumgefüllten Ballons aufsteigen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3