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Projekte für mehr Klimaschutz

Preetz/Pohnsdorf Projekte für mehr Klimaschutz

Die Biogasanlage auf Hof Hörnsee (Gemeinde Pohnsdorf) versorgt bald zwei Wohnblocks in Preetz mit Nahwärme. In einem zweiten Schritt ist der Bau einer Solarthermieanlage zur Versorgung von rund 3200 Einwohnern geplant – ein in dieser Größenordnung einmaliges Projekt in Deutschland.

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Landwirt Detlev Blunk (Dritter von links) informiert seine Gäste, darunter (neben ihm) Staatssekretärin Ingrid Nestle, über das Nahwärmekonzept mit seiner Biogasanlage.

Quelle: Silke Rönnau

Pohnsdorf. 2010 hatte Landwirt Detlev Blunk seine Biogasanlage in Betrieb genommen, die zu rund 77 Prozent mit Gülle und Mist der rund 400 Kühe auf dem Hof sowie rund 23 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird. Das Gärsubstrat aus der Gülle, das auf die Felder aufgetragen werde, sei „praktisch geruchslos“, nannte Blunk einen Vorteil. Er setze auf eine differenzierte Fruchtfolge und baue keine Mais-Monokultur an. 700 Hektar seiner Fläche verwende er für den Ackerbau, die restlichen 200 Hektar seien Grünland für die Kühe.

 Im Rahmen des Klimaschutzkonzepts für die Stadt Preetz sei die Idee entstanden, mit der Abwärme ein Nahwärmenetz zu speisen. Zur Verfügung stünden rund 2,65 Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr, die bislang nicht genutzt worden seien, so Blunk. In einem ersten Bauabschnitt seien die anderen Häuser aus der Siedlung an ein neu verlegtes Leitungsnetz angeschlossen worden. Nun sollen zwei Mehrfamilienhäuser in der Ostlandstraße in Preetz folgen. „Damit sind wir weitgehend ausgelastet“, erklärte er am Donnerstagnachmittag bei der offiziellen Unterzeichnung des Wärmeliefervertrags mit Ulrik Schlenz als Vorstandsmitglied der Wankendorfer Baugenossenschaft, der die Gebäude gehören, sowie Stefan Jentzsch von der ESH – Energie für Schleswig-Holstein GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Wankendorfer und des Magdeburger Energiebetriebs GETEC.

 Schlenz verwies darauf, dass gerade die Wohnungsunternehmen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Wärmewende hätten. Seit Beginn der 1990er-Jahre sei etwa die Hälfte des eigenen Bestands energetisch modernisiert worden. Für die Mieter werde das Heizen nicht teurer als bisher mit der fossilen Wärmeversorgung, wurde betont.

 Doch die Ideen für mehr Klimaschutz gehen noch weiter. Energie-Staatssekretärin Ingrid Nestle informierte sich vor Ort über die Pläne, am Hof Hörnsee eine auf 100 Prozent erneuerbarer Energie basierende Wärmeversorgung für die rund 3200 Bewohner der Glindskoppel und der Wunderschen Koppel aufzubauen. Dazu hat die Stadt Preetz im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Vorgesehen sind eine große Solarthermieanlage mit einem Erdbeckenspeicher und eine Holzhackschnitzelanlage.

 „Das Projekt passt gut in die Energie- und Wärmewendestrategie der Landesregierung“, so Nestle. Zu begrüßen sei auch der genossenschaftliche Ansatz, der die Verbraucher einbinde. „Und es passt zum Bedürfnis der Menschen nach Preisstabilität.“ Die könne durch den Einsatz der Solarthermieanlage gewährleistet werden, weil diese über ihre gesamte Lebensdauer bei nahezu gleichbleibenden Kosten Wärme produzieren könne, erläuterte Hagen Billerbeck, Projektleiter der Treurat und Partner Unternehmensberatung, die die Machbarkeitsstudie erstellt. Ein Hemmnis sei derzeit allerdings der niedrige Ölpreis. Und ein weiteres Problem sprach Pohnsdorfs Bürgermeister Wolf-Dietrich Rath an: Die für die Solarthermieanlage vorgesehene Fläche liege derzeit noch in einem Landschaftsschutzgebiet.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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