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Im Verein mit den Flüchtlingen

TSV Plön Im Verein mit den Flüchtlingen

Mit einer im Kreis Plön einzigartigen Initiative will der TSV Plön Flüchtlinge zum Sport animieren. Alle Flüchtlinge im Kreis und der Stadt Plön, das sind derzeit 136, dürfen beitragsfrei die Angebote in den 28 Sparten des Sportvereins nutzen.

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Landrätin Stephanie Ladwig und LSV-Vorstandsmitglied Bernd Küpperbusch (Mitte) brachten gemeinsam mit dem TSV-Vorsitzenden Dieter Willhöft (rechts) den Ball für eine sportliche Integration der Asylbewerber ins Rollen

Quelle: Dirk Schneider

Plön. „Sport für alle – Sport für Flüchtlinge“ heißt die Steuerungsgruppe des Landessportverbandes (LSV), die Vereine in Flüchtlingsfragen berät und durch Seminare unterstützt. Ihr Vorsitzender Bernd Küpperbusch brachte bei der Vorstellung der Initiative am Donnerstag in Plön die Absicht auf einen Nenner: „Wo könnte Integration besser gelingen als beim Sport?“ Der LSV habe deshalb in diesem Jahr sein Programm „Integration durch Sport“ auf den Kreis der Flüchtlinge erweitert und dafür 100000 Euro bereitgestellt.

 Noch wichtiger aber sei die praktische und ideelle Unterstützung. So habe der LSV dafür gesorgt, dass alle Flüchtlinge, die sich einem Verein im Land anschließen, beim Sport sowie auf dem Hin- und Rückweg zur Sportstätte versichert sind. Auch habe man in Absprache mit den Verbänden und Finanzministern aller Bundesländer Klarheit darüber geschaffen, dass die Vereine ihre Gemeinnützigkeit behalten, auch wenn sie Mitglieder beitragsfrei aufnehmen.

 „Die Sportvereine im Kreis Plön sind schon lange bereit“, erklärte Sven Thode, Vorsitzender des Kreissportverbandes. Er nannte als Beispiele für gelungene Integrationsarbeit den TSV Klausdorf und den Preetzer TSV, der gerade eine Tischtennismannschaft aus Deutschen und Syrern aufbaue. Auch der TSV Lütjenburg bereitet sich nach Thodes Worten auf die Öffnung der Erstaufnahmestelle in der Schill-Kaserne mit einigen Hundert Flüchtlingen vor.

 Plöns Bürgermeister Jens Paustian und TSV-Vorsitzender Dieter Willhöft betonten, dass der TSV Plön schon seit geraumer Zeit Integrationsarbeit leiste. Dies gelte besonders für die Boxsparte und deren Leiter Hans Korth. Aus den Reihen der Boxer kommt denn auch mit dem Russen Artur Maslimov ein „Kümmerer“, wie Willhöft sagte. Artur, wie ihn alle nur nennen, lebt seit 2002 in Deutschland und ist in Plön längst integriert – nicht zuletzt als Mitglied der Feuerwehr. Er soll der Ansprechpartner für die sportinteressierten Flüchtlinge sein.

 Interessenten gab es schon am Rande der Präsentation in der Gemeinschaftsunterkunft in der Rautenbergstraße: 16 Striche konnte Heimleiterin Martina Bergmann hinter der Sparte Fußball machen, unter den Neuankömmlingen sei sogar ein Profispieler aus Irak. Jeweils vier Nennungen zählte sie für Volleyball und Kraftsport, Fitnessgymnastik und Boxen. Einer trug sich für Cricket ein – obwohl es die Sparte gar nicht gibt. Willhöft ermunterte auch die Frauen, sich mit ihren Kindern zum Turnen anzumelden.

 „Sport nimmt die Hemmnisse und die Scheu“, sagte Plöns Landrätin Stephanie Ladwig. Und auch die Sprachkenntnisse ließen sich hier „ohne Druck“ verbessern. LSV-Vertreter Küpperbusch wies zum Schluss darauf hin, dass in Schleswig-Holstein Sporthallen bislang noch nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen herangezogen würden. Er hoffe, dass dies so bleibe, damit für solche Initiativen wie in Plön auch die nötigen Sportstätten zur Verfügung stünden.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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