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In 24 Stunden mit dem Rad um die Ostsee

Inselhoppingtour In 24 Stunden mit dem Rad um die Ostsee

Heinz Lenschau ist 78 Jahre alt. Am Sonnabend ist der Preetzer mit 21 anderen Radsportlern die Inselhopper-Tour gefahren: 370 Kilometer durch Schleswig-Holstein und Dänemark, über sechs Inseln, drei Hochbrücken, unterbrochen von drei Fährfahrten.

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Die ersten Etappen absolvierten Andreas Chomatianos (links), Peter Lenschau und die übrigen 20 Radsportler im Dunkeln. Fast alle Teilnehmer sind über 50 Jahre alt.

Quelle: Lucas Hillringhaus

Plön. Die außergewöhnliche Tour fand erst zum zweiten Mal statt. Trotzdem gab es bereits Anmeldungen aus der ganzen Republik. Es war noch stockfinster, als die Radfahrer nachts um 1.30 Uhr in der erleuchteten Johanniskirche in Plön ihren Reisesegen von Pastor Friedrich Wackernagel empfingen. Ein sehr emotionaler Start, waren sich die Teilnehmer einig. „Aber sehr passend, denn wir wurden noch einmal als Team eingeschworen. Es geht ja nicht darum, dass jeder für sich auf Zeit fährt, sondern dass man gemeinsam eine landschaftlich schöne, abwechslungsreiche Strecke bewältigt und gemeinsam ans Ziel kommt“, sagt Andreas Chomatianos, der Initiator der Tour.

 Der 66-jährige Verwaltungsbeamte im Ruhestand hatte 2011 an der größten Breitenradsportveranstaltung der Welt „Vättern runt“ in Schweden teilgenommen. „Da fahren 20000 Leute um den zweitgrößten See und jeder lässt für Startgebühr und Übernachtung 500, 600 Euro da. Da habe ich mich gefragt, warum wir das nicht machen. Wir können doch mit Dänemark eine einmalige Runde anbieten – ein echtes Alleinstellungsmerkmal und bis zu 75 Prozent förderfähig durch das EU-Interreg-Programm“, sagt Chomatianos.

 Der Plöner kundschaftete mit einem Freund die Strecke aus, es folgte die Probefahrt. Dann ging Chomatianos mit seiner Idee Klinken putzen, verschenkte 25 Landkarten, auf denen er die Strecken markiert war. Die Resonanz war sehr übersichtlich. „Meist hieß es: Super Idee. Aber niemand wollte sie aufnehmen“, sagt der Pensionär und organisierte deshalb die Tour privat mit anderen Radsportlern zusammen.

 Zum Vergleich: 2014 bot Mecklenburg-Vorpommern eine 320-Kilometer-Radveranstaltung um die Mecklenburger Seenplatte an. Auf Anhieb kamen 2000 Radsportler und sorgten unter anderem für 3000 Übernachtungen in der Region. In Schleswig-Holstein blieb auch 2015 die Inselhopper-Tour wieder Privatsache. Viele Anfragen aus dem Bundesgebiet mussten abgelehnt werden. Das kleine Team kann maximal 22 Teilnehmer verkraften. Schließlich muss für Sicherheit gesorgt sein: Dr. Carsten Tesch aus Lütjenburg fuhr als Arzt mit, Süverkrup & Ahrendt stellte ein Begleitfahrzeug, das von Hainke und Peter Brüning gesteuert wurde. „Die Tour war eine besondere Herausforderung, weil es die letzten 90 Kilometer nur geregnet hat“, sagt Frank Lösel aus Schwentinental.

 Vier Mitfahrer hörten in Puttgarten auf oder änderten ab dort ihre Strecke. Der Rest kam um halb eins Sonntag früh in Plön an. „Eine tolle Tour“, fand nicht nur Lenschau. Am Sonntag beim Abschlussfrühstück in der Fegetasche wurden vier Fahrten nach Berlin verlost. „Eine Anerkennung von Bundestagsabgeordneten Philipp Murmann für das bürgerschaftliche Engagement und die gute Idee für diese Region“, sagte Überbringer Klaus Blöcker, Plöner CDU-Kreistagsabgeordneter.

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