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Intakter Radweg wird saniert

Lütjenburger Umland Intakter Radweg wird saniert

Einen intakten Radweg abfräsen und dann wieder sanieren. Einen offensichtlich kaputten Radweg aber in seinem Zustand lassen. Warum ist das so? Diese Frage stellt sich beim Blick auf den Ausbau der B202 bei Lütjenburg und der geplanten Erneuerung der Landesstraße zwischen Lütjenburg und Hohenfelde.

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Wird saniert: Ein Radweg entlang der B202 in Höhe Fresendorf. Schäden sind an der Oberfläche nicht erkennbar.

Quelle: Florian Liedl

Lütjenburg. Landschaftsarchitekt Florian Liedl kennt sich mit der Materie und den örtlichen Gegebenheiten aus. Zuletzt wanderte er beim Dorfputz den Radweg entlang der B202 im Raum Fresendorf ab. Sein Eindruck: Nur in wenigen Abschnitten fanden sich wirklich Bodenwellen oder Risse, die hätte man ausbessern können. Einzig das Gras wuchs von den Seiten über den Asphalt und machte an einigen Stellen die Fahrbahn eng. Das hätte man einfach beheben können. Mit einer Schaufel oder einem kleinen Bagger.

 Umso mehr überraschte es ihn, dass bei den Straßenarbeiten der aus seiner Sicht intakte Radweg zwischen Lütjenburg und Seekrug komplett weggefräst und vollständig neu aufgebaut wurde. Geldverschwendung nennt er das und meldete den Fall schon dem Landesrechnungshof und dem Bund der Steuerzahler. Liedl vermutet, dass sich niemand den Radweg genau angeschaut hat, und er bei der Ausschreibung der Straßenbauarbeiten gleich mit vergeben wurde. Dabei ist Liedl durchaus für gepflegte Wege für Radler – schon wegen der Sicherheit für die Kinder. „Aber so wird Geld verprasst, das an anderen Stellen dringend notwendig wäre.“

 Ohne dass er sich mit Liedl abgesprochen hat: Der CDU-Kreistagsabgeordnete Bernhard Ziarkowski kennt genau so eine Stelle und meldete sich unabhängig und zeitgleich bei den Kieler Nachrichten zu Wort. Im Zuge der Straßenerneuerung zwischen Lütjenburg und Hohenfelde im Sommer bleibt nach bisherigem Stand der Radweg zwischen Gadendorf und Hohenfelde ausgespart. Allein auf dem zwei Kilometer langen Stück zwischen Gadendorf und dem Todendorfer Kreuz zählte der Berufssoldat 40 größtenteils erhebliche Schäden. Also alle 50 Meter ein Stolperstein für Inlineskater und joggende Soldaten der Kaserne Todendorf. Als Begründung erfuhr er vom Landesbetrieb Straßenbau, dass es sich nicht um einen Schul-Radweg erster Ordnung handele und er deshalb nicht berücksichtigt werde.

 Ziarkowski, der selbst regelmäßig den Radweg nutzt, kann nur den Kopf schütteln. Die Trasse führe in Sichtweite an der Ostsee entlang, werde viel genutzt und sei wichtig für den Tourismus. „Unsere Region lebt doch davon.“ Die gröbsten Risse könnte man zumindest flicken. Die Lkw mit Asphalt und die Dampfwalzen seien schließlich vor Ort. Er schätzt, dass es aber günstiger wäre, auch das aus seiner Sicht kaputte Teilstück gleich zu sanieren, als später die Straßenbauer noch einmal für teures Geld anrücken zu lassen. Er hält dem Land vor, Radwege an seinen Straßen zu vernachlässigen.

 Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr äußerte sich auf Anfrage noch nicht zu dem Fall. Man müsse die Hinweise zunächst prüfen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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