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Flüchtlingself an der Tabellenspitze

Integration durch Fußball Flüchtlingself an der Tabellenspitze

2014 fragten Asylsuchende bei der Fußballsparte des TSV Lütjenburg an, ob sie mitkicken dürften. Daraus wurde das „Refugee-Team“ mit 22 Spielern im Kader. Sie sind in dieser Saison erstmals zum Spielbetrieb im Kreisfußballverband Plön gemeldet und Tabellenführer in der Kreisklasse B.

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Gut gelaunt auch beim Fototermin im Regen: Das Refugee-Team mit 22 Spielern im Kader ist erstmals in der Saison 2016/2017 zum Spielbetrieb im Kreisfußballverband Plön gemeldet und ist aktuell Tabellenführer in der B-Klasse.

Quelle: Orly Röhlk

Lütjenburg. Die Mannschaft besteht ausschließlich aus Asylsuchenden. Wegen der Spielgemeinschaft mit dem VfB Behrensdorf werde das Team beim Kreisfußballverband (KFV) unter dem Namen „SG Lütjenburg/Behrensdorf II“ geführt, erzählten Fußball-Obmann Reiner Scheff und die Co-Trainer Wolfgang Hoffmann, Dirk Prieß, Frank Eckhoff und Jörn Ginnut. Sie starteten mit acht Asylsuchenden das für alle offene Training auf dem Grandplatz am Vereinsheim: Das Projekt „Integration durch Fußball in Lütjenburg“ war geboren.

 Heute kommen im Schnitt jeweils 30 Männer aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Iran und Irak, die regelmäßig dort trainieren. „Wir wollten einen Anreiz damit schaffen, dass es um Punkte geht und wir sie besser integrieren können, indem sie genauso behandelt werden wie andere Mannschaften. Bei bisher elf Spielen hat sich das Team erfreulich gut geschlagen und zehn Spiele gewonnen, das entspricht 30 Punkten“, erzählte Scheff. Hält der Erfolgstrend an, könnte die Mannschaft am Ende der Rückrunde in die Kreisklasse A aufsteigen. Lediglich gegen Giekau unterlag man bisher 3:2. Das Auswärtsspiel dort fiel am Sonntag aus, weil der Platz wetterbedingt unbespielbar war.

 Auf ihrer Wunschliste haben Scheff und seine Kollegen bessere Trainingsmöglichkeiten. „Unsere Hallenzeit mittwochs von 14 bis 16 Uhr ist nicht günstig, da die meisten in der Schule oder im Deutschunterricht sind“, gab Hoffmann zu bedenken. Der Platz am Vereinsheim sei mit Trainingszeiten für zehn Jugend- und zwei Herrenmannschaften überbelegt, weshalb man darauf hofft, ab dem Frühjahr auf den Platz in der ehemaligen Kaserne ausweichen zu können. Dort gibt es allerdings kein Flutlicht.

 Außerdem möchten die Trainer gern die Bekleidung des Refugee-Teams komplettieren. Es gelang mit Spenden, unter anderem von Unternehmen wie Sporthaus Gehrmann und Famila, der Stadt und Privatleuten, Trikots und Stollenschuhe für den Sommer anzuschaffen. Eine Zusage über 500 Euro erteilte auf Antrag die DFB-Stiftung Egidius Braun. Den Kauf von 25 Winter-Trainingsanzügen mit Refugee-Team-Emblem ermöglichte eine 1000-Euro-Spende der Lütjenburger Designerin Christiane Münster. „Das ist hier eine so schöne Harmonie und ein Zusammenfinden“, so die 40-Jährige. Jetzt fehlten noch Fußballschuhe für die kalte Jahreszeit, sagt Scheff und hofft auf weitere Spenden. Er freut sich über die Entwicklung: „Aus einem kleinen Hobbyhaufen 2014 sind wir doch recht bekannt geworden.“

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