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Integration kommt auf Touren

Plön Integration kommt auf Touren

Nicht einmal drei Monate existiert der Verein Förderkreis Integration in Plön – und schon können die 16 Mitglieder einen Erfolg verbuchen: Zehn Leih-Fahrräder übergab der Vereinsvorstand am Freitag an die Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in der Rautenbergstraße. Die gebrauchten Drahtesel stammen aus Spenden.

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Zehn Leih-Fahrräder übergab der Vorstand des Förderkreises Integration (von links: Michael Paul, Stefan Johannes, Helmut Kunst) an die Gemeinschaftsunterkunft in Plön.

Quelle: Ralph Böttcher

Plön. Mehr als 30 Personen umfasst der Kreis ehrenamtlicher Helfer an der GU, wo derzeit ebenso viele Flüchtlinge untergebracht sind. Sie koordinieren bereits seit dem vergangenen Jahr die Beschaffung und Verteilung von Lebensmitteln und Kleidung, helfen den Asylbewerbern bei Behördengängen und Papierkram, geben Sprachunterricht, organisieren Spiele und Freizeitaktivitäten. Es sei an der Zeit gewesen, dem Helferkreis einen offiziellen Charakter zu geben, erklärt der Vereinsvorsitzende Michael Paul den Grund der Vereinsgründung im Januar. Und Vorstandskollege Stefan Johannes sagt: „Wir können auf diese Weise finanzielle Maßnahmen besser abwickeln und Hilfsaktionen koordinieren.“

 Paul, der seit März auch stellvertretender Leiter der GU ist, nennt Perspektiven für den Förderkreis. So wolle man sich etwa gemeinsam mit dem Nachbarschaftstreff Osterkarree um Deutschunterricht für weibliche Flüchtlinge bemühen. Seit Kurzem leben in der zunächst reinen „Männer-Unterkunft“ eine allein reisende Frau aus Eritrea und eine Familie aus Syrien. Der Förderkreis sieht das mit gemischten Gefühlen. „Wo sollen die Frauen denn hin? Die Männer können immerhin zum Sport gehen.“

 Auch die überlange Verweildauer der Bewohner in der Unterkunft wird kritisiert. „Ursprünglich war von sechs bis acht Wochen die Rede“, sagt Paul, „inzwischen sind die Leute sieben Monate hier.“ Zwar sei es gelungen, vielen zumindest ein Praktikum zu vermitteln, etwa als Koch, Gärtner und Schneider. „Aber es ist nicht Sinn der Sache, dass die Menschen hier stranden.“ Michael Paul findet deutliche Worte in Richtung Behörden: „Die Flüchtlinge sind frustriert, ihre Lebensfreude sinkt. Das verhindert eine Integration.“

 Auf dem Weg in das Plöner Leben sollen nun die Fahrräder helfen. Matthias Sombrutzki, der auf den Tag genau seit einem Jahr Hausmeister in der Gemeinschaftsunterkunft ist, hat die Räder repariert und mit Hilfe von Ersatzteilen fahrbereit gemacht. Sie können von den Bewohnern ausgeliehen werden, bleiben aber im Eigentum der GU.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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