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Jetzt schlüpfen die Strauße

Hohenfelde Jetzt schlüpfen die Strauße

Der Frühling erreicht seinen Höhepunkt. In den Vogelnestern fiepen die Küken. Auch auf der Straußenfarm in Hohenfelde drängt der Nachwuchs ans Licht. Strauße zu halten ist Arbeit, aber Küken der Tiere ausbrüten und aufziehen, ist eine Kunst, weiß Straußen-Farmer Stefan Strukat.

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In einem Spezialbrutkasten verbringen die Küken die Phase, in der sie aus dem Ei schlüpfen. In der freien Natur dauert es zwei Tage, bis sie die dicke, harte Schale geknackt haben.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohenfelde. Vor 15 Jahren verkaufte Strukat sein Milchvieh und stieg um auf die afrikanischen Laufvögel. Angesichts der heutigen Milchpreise ein Segen. „Wissen Sie, wie glücklich ich deswegen bin?“ Er verkauft das schmackhafte, fettarme Fleisch der Vögel, lässt die Haut zu wertvollem Leder gerben und öffnet seinen Hof für Besucher. Strukat ist zufrieden damit, wie der Betrieb läuft.

 Jetzt ist die Hauptschlupfzeit auf der Farm mit Ostseeblick. Zwar schlüpfte der erste Strauß dieses Jahr kurz vor Ostern und auch im August legen die Tiere noch Eier, aber im Mai und Juni läuft der Brutkasten auf Hochtouren. Und in diesem Jahr sind die Zuchtgruppen in Hohenfelde besonders fruchtbar. Strukat muss derzeit jeden Tag eine Mutprobe ablegen beim Eiersammeln. Die Weibchen legen ihre Eier in eine Sandmulde und bewachen sie streng. Dieben drohen die scharfen Krallen der über zwei Meter hohen Tiere. Strukat hängt zur Ablenkung etwas entfernt eine weiße Tüte an den Weidezaun. Die extrem neugierigen Tiere verlassen dafür ihr Gelege und picken am Plastik. Nun kann der Straußen-Farmer zugreifen. Im Ernstfall gilt eine andere Regel. Strukat: „Der Strauß schafft 60 Stundenkilometer, ich muss dann 61 laufen.“

 Nach sechs Wochen im Brutkasten (36,5 Grad Temperatur, 20 Prozent Luftfeuchtigkeit) beginnen die Küken ihr Kalkgefängnis mit dem Schnabel und einer Kralle am Fuß zu knacken. Zwei Tage dauert es, bis die harte, dicke Schale abgeworfen ist. Für Strukat ist die Ausdauer der Tiere dabei „ein Wunder der Natur“. Fünf Tage danach kommen sie in einen Käfig mit Infrarot-Lampe. Futter benötigen sie in dieser Zeit nicht. Sie haben noch Kraftreserven aus dem Ei. Dann geht es erstmals ins Freie auf die Wiese. Pro Tag wachsen sie nun 1 bis 1,5 Zentimeter – bis nach mehr als einem Jahr der Schlachter kommt.

 Im vergangenen Jahr machte der Straußen-Farmer eine Entdeckung. Die Kleinen mögen es, wenn man sie vorsichtig krault. Vor allen Dingen in großen Menschen sehen sie ihre „Eltern“. Die Streicheleinheiten sind ein Spaß für die Mini-Strauße und die Kinder. Die Neugier ist die eine Seite der Straußen-Seele, Stressanfälligkeit die andere. Der Umzug in ein anderes Gatter ist so ein Moment oder einfach ein ausgewechselter Futternapf. Dann verweigern sie sogar das Essen, sind regelrecht beleidigt. Nach 15 Jahren Erfahrung mit den Tieren bringt Strukat seine Erkenntnisse auf den Punkt: „Der Strauß ist ein ganz sensibler Vogel.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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