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Das Gesicht der Stadt

Lütjenburg Das Gesicht der Stadt

Wenn man mit Jochen Sauvant in Ruhe reden will, darf man sich nicht auf den Marktplatz stellen. Im Minutentakt begrüßt der Lütjenburger Bauhofsleiter gute Bekannte, die vorbei gehen. Alle kennen ihn – ein echtes Lütjenburger Original eben.

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Mit preußischer Uniform, historischem Helm und der Original Lüth-Glocke: Jochen Sauvant wird zu „Hein Lüth“, der der historischen Figur Heinrich Lüths nachempfunden ist.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Sauvant gilt vielen als Gesicht der Stadt, weil er seit 2010 in die Rolle des Nachtwächters Hein Lüth schlüpft. Lütjenburg ist seine Stadt, bekennt der 58-Jährige ohne zu zögern. Stolz ist er darauf, dass er hier sogar zur Welt gekommen ist. Im früheren Krankenhaus in der Pankerstraße. Das kann heute nicht mehr jeder von sich behaupten. Sauvant prägt als Bauhofsleiter wie kein anderer das Ortsbild. 8000 Stiefmütterchen pflanzten er und seine zwei Mitarbeiter allein in diesem Frühjahr. Genauso viele Begonien, Petunien oder Margeriten kommen im Laufe des Sommers hinzu. Wegen der Touristen genießen die Innenstadt, die Ortseingänge und das Gebiet am Bismarcksturm die höchste florale Aufmerksamkeit. Sauvant: „Das sind unsere Aushängeschilder.“ Gefühlte dreimal pro Tag sieht man ihn in der Stadt nach dem Rechten schauen. Stolz ist er auf seine Mitarbeiter. „Ich kann mich immer auf die Jungs verlassen.“ Stolz ist er auch, wenn der Bürgermeister seinen Bauhof wieder einmal „Geheimwaffe der Stadt“ nennt.

Seit 37 Jahren steht Sauvant in den Diensten Lütjenburgs. Keiner ist länger dabei als er. Damals war er der erste Stadtgärtner überhaupt. Ein Traumberuf für ihn. Schon als Kind wusste er, dass er Gärtner wird. Seine Lehrerin beglückte er regelmäßig mit einem an der Kossau gepflückten Blumenstrauß. „Das mit den Blumen war schon immer mein Ding.“

Auf einer Wien-Reise entdeckte er eine grüne Besonderheit der Stadt, die er sich auch für Lütjenburg wünscht. Die Wiener stiften für den Volksgarten oder den Park Schönbrunn zahlreiche Rosenstöcke. Die Pflanzen sind immer einer Person gewidmet, sei es aus Liebe, als Erinnerung an einen Verstorbenen oder für ein gerade geborenes Baby. So entstanden in der österreichischen Hauptstadt bunte Rosengärten mit einer menschlichen Note. Sauvant kann sich vorstellen, dass auch die Lütjenburger Blumen stiften würden. Vielleicht für Beete auf der Freizeitfläche an der ehemaligen Kaserne?

Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde Jochen Sauvant als „Hein Lüth“, der historischen Figur Heinrich Lüths nachempfunden, der zwischen 1890 und 1911 als Polizist, Nachtwächter und Ausrufer in der Stadt wirkte. Ein Denkmal auf dem Marktbrunnen erinnert an ihn. Und eben Jochen Lüth, wenn er sich die preußische Uniform anzieht, den historischen Helm aufsetzt und zur Original Lüth-Glocke greift. Seinen größten Auftritt hat er zum Gildefest, wenn er stundenlang dem Umzug durch Lütjenburg vorangeht.

Eigentlich wollte Sauvant nicht das damals verwaiste Amt des Hein Lüths übernehmen, so sehr ihn auch die Gildebrüder darum baten. Letztlich gab seine Frau Silke den Ausschlag. „Wenn einer diesen Job übernehmen kann, dann nur du“, hat sie ihm gesagt und sich durchgesetzt. Sauvant ist halt ein Ur-Lütjenburger, das weiß auch seine Frau.

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