2 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Jugendzentrum vor ungewisser Zukunft

Lütjenburg Jugendzentrum vor ungewisser Zukunft

Es war eine stumme Scheidung. Ohne Diskussion und einstimmig kündigte der Sozialausschuss den Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) über die Trägerschaft des Jugendzentrums. Die Stadt hat den Glauben verloren, dass die Awo die schlecht besuchte Einrichtung in Schwung bringen kann.

Voriger Artikel
Stadtwerke gehen leer aus
Nächster Artikel
Ein Abriss steht nicht zur Debatte

Wer führt ab 2017 das Jugendzentrum in Lütjenburg?

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Lütjenburger Ortspolitiker diskutieren seit dem vergangenen Jahr über die Zukunft des Jugendzentrums in der Kieler Straße. Die Stadt zahlt für den Betrieb immerhin rund 120000 Euro pro Jahr. Die Awo nahm die deutlichen Signale der Unzufriedenheit auf und legte im April ein neues Konzept vor, das vor allem aus geänderten Öffnungszeiten und einer Ausweitung der Altersgruppen bestand. Das war den Fraktionen offenbar zu wenig an guten Vorschlägen. Daher nun die Kündigung des Vertrags, die zum 31. Dezember 2017 wirksam wird.

 In der Sitzung selbst fiel allerdings kein einziges Wort der Kritik. Es gab keine einzige Wortmeldung zu dem Thema. Ausschussvorsitzender Siegfried Klaus sagte nur, dass man mit der Arbeiterwohlfahrt viele Jahre zusammengearbeitet habe und nun eben etwas anderes haben möchte. Ein kleiner Arbeitskreis der Fraktionen hatte die Entscheidung im Sozialausschuss vorbereitet. Vor allem dort waren die klaren Worte gefallen, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

 Auf Seiten der Awo ist man enttäuscht. „Wir hatten gehofft, dass es nicht zu einer Kündigung kommt“, sagte Kreisvorsitzender Kai Bellstedt. Man habe der Politik immer neue Vorschläge für das Jugendzentrum unterbreitet. Auch sei es gelungen, die Besucherzahlen in den vergangenen Monaten zu steigern. Im Falle einer neuen Ausschreibung werde sich die Awo erneut bewerben. Kritik übte Bellstedt daran, dass die Awo an dem informellen Arbeitskreis nicht teilnehmen durfte. Auch hätte er sich gewünscht, im Vorwege Signale zu erhalten, dass es zur Kündigung kommt.

 Das geringe Interesse der Jugendlichen an der Einrichtung liegt nicht an den äußeren Rahmenbedingungen. Das moderne Gebäude liegt neben der Schule und wäre eigentlich ein Anlaufpunkt gleich nach dem Unterricht. Die Ausstattung ist vom Feinsten. Es gibt Musikinstrumente, eine Musikanlage, einen Billardtisch und viele Räume. Eine eigene Küche liefert Pommes, Müsli und eine „Lüttje Flöte“. Sofas und Sessel laden zum Chillen ein. Gleich neben dem Jugendzentrum liegt eine Skaterbahn. Eigentlich ein sehr guter Platz für die Freizeit. Ein neuer Träger muss sich um die Ausstattung keine Sorgen machen. Die Aufgabe wird sein, ein Paket von neuen Angeboten zu schnüren, das bei den Kindern und Jugendlichen auch ankommt.

 Die Entscheidung des Sozialausschusses ist nicht bindend. Aber die Lütjenburger Stadtvertretung wird am 20. Juli aller Voraussicht nach in ähnlicher Deutlichkeit die Kündigung bestätigen. Dann erfolgt eine neuerliche Ausschreibung der Trägerschaft. In der Sitzung wurden bereits das SOS Kinderdorf und die Diakonie als mögliche Betreiber genannt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3