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Junge Flüchtlinge sahen sich um

Schönberg: Kultur macht stark Junge Flüchtlinge sahen sich um

Die kulturellen Unterschiede haben sie manches Mal überrascht: Acht Jugendliche aus Afghanistan, die im „Haus Horizonte“ am Schönberger Strand leben, besichtigten im Rahmen des Projekts „Kultur macht stark“ Betriebe, Feuerwehr, Pflegeheim sowie das Probstei-Museum und stellten jetzt die Ergebnisse vor.

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Naweed (von links), Farschad, Khairullah, Eslam, Projektleiterin Sandra Lüpping, Einollah, Daniel und Amir stellten ihre Fotos aus.

Quelle: Silke Rönnau

Schönberg. Die 16- bis 18-Jährigen unbegleiteten Flüchtlinge sind seit 1. Januar in der Wohngruppe des Jugendhilfenetzwerks Nord-Ost der Diakonie untergebracht, berichtete Bereichsleiter Hans Vöske vom Träger evangelische Arbeitsgemeinschaft Kiel. Die Kreisvolkshochschule (KVHS) Plön bot das Projekt nun in den Osterferien gemeinsam mit dem „Haus Horizonte“ und dem Probstei-Museum Schönberg als Kooperationspartner an. „Vielen Dank an die Firmen und Betriebe, die spontan bereit waren, die Jugendlichen herumzuführen“, erklärte KVHS-Leiterin Heike Zura. Ziel des Programms sei die kulturelle Bildung: „Das ist ganz wunderbar gelungen.“

 Geleitet wurde das Ferienprojekt von der Lehramtsstudentin Sandra Lüpping aus Probsteierhagen. Die Jugendlichen verbesserten nicht nur ihre Deutschkenntnisse, sondern besuchten auch Betriebe in der Umgebung, die ihnen einen Einblick in Produktion, Handel und Arbeitswelt vermittelten. Dabei machten die afghanischen Flüchtlinge Fotos, die sie bei der Abschlussveranstaltung auf Stellwänden präsentierten. Mit Hilfe des Dolmetschers Fahin Ahmadi schrieben sie kleine Texte über sich selbst, die ebenfalls Teil der Ausstellung waren.

 Sandra Lüpping erzählte von besonderen Erlebnissen bei den Besichtigungen. Im Edeka-Markt Alpen seien die Jugendlichen „schockiert“ gewesen von der Abteilung für Tiernahrung: „Die Tatsache, dass es für Hunde und Katzen Nahrung in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, konnten sie kaum fassen.“ Tiere würden besser essen als manche Menschen, meinte ein Jugendlicher. Erstaunt zeigten sie sich über die Menge an Tiefkühlprodukten: In ihrer Heimat koche man fast ausschließlich mit frischen Lebensmitteln vom Markt. Auch Umfang und Aufwand der Ausbildung überraschten sie.

 Karin Biskup führte die Gruppe durch das Probstei-Museum und zeigte dabei unter anderem die Geräte, mit denen vor 100 Jahren in der Landwirtschaft gearbeitet wurde. „So sieht es bei uns heute in Afghanistan aus“, stellte ein Jugendlicher fest. Mehr über die Landwirtschaft erfuhren sie auch beim Besuch auf dem Bauernhof Schiller. Führungen gab es für die Teilnehmer außerdem bei der Feuerwehr, dem Landmaschinenunternehmen Doormann & Kopplin, der Gärtnerei Kistenmacher und dem Sanitärunternehmen Mundt.

 Besonders beeindruckend war der Besuch im Alten- und Pflegeheim des ASB. Bei den Themen Tod und Hospiz seien die Jugendlichen nachdenklich geworden, so Sandra Lüpping. Die Einrichtung selbst weckte ihre Neugier: „In Afghanistan gibt es keine Heime, dort werden die Alten in den Familien gepflegt“, erklärte die Projektleiterin. Interessiert erfuhren sie, dass insbesondere in der Altenpflege viele Ausbildungsplätze angeboten werden. „Vielleicht macht ja der eine oder andere von euch dort ein Praktikum“, sagte sie mit einem Blick auf die jungen Männer.

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Silke Rönnau
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