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Kandidaten bringen Leben auf den Markt

KN-News-Mobil Kandidaten bringen Leben auf den Markt

Überwiegend harmonisch präsentierten sich die fünf Kandidaten zur Bürgermeisterwahl (28. Juni) am Sonnabend vor dem KN-News-Mobil auf dem Marktplatz in Preetz. Doch es gab auch Reibungspunkte. Die Belebung der Innenstadt war ebenso Thema wie die Radwege in der Stadt.

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Die Gesprächsrunde am KN-News-Mobil (von links): Matthias Diehl, Jan Birk, Björn Demmin, KN-Redakteurin Silke Rönnau, Martin Wolf, KN-Redakteur Ralph Böttcher und Thomas Wulff.

Quelle: Nadine Schättler

Preetz. Alle waren sich einig, dass das Zentrum von Preetz zwar attraktiv ist, der Marktplatz aber außerhalb der Wochenmarkttage zu leer erscheint und durchaus noch Potenzial für eine Belebung vorhanden ist. Und auch der Cathrinplatz als Multifunktionsplatz könnte mehr Aktivitäten vertragen.

Man müsse den Bürgern mehr Gelegenheit geben, weitere Veranstaltungen zu organisieren, forderte Matthias Diehl: zum Beispiel Band-Auftritte in kleinem Rahmen als „Preetzer Marktkonzerte“ oder ein „White Dinner“. Bestes Beispiel für Privatinitiativen sei die Kulturnacht. Und man sollte auch junge Menschen nicht vertreiben, wenn sie abends dort sitzen und ihr Bier trinken wollen. Sein Vorschlag, bei Neuansiedlungen von Geschäften einen Zuschuss zur Miete zu zahlen, stieß jedoch bei den anderen auf Widerspruch.

Jan Birk erklärte, dass man die Höhe der Mieten zwar nicht beeinflussen, aber an die Hauseigentümer appellieren könne, langfristig zu denken. Das Potenzial für eine Belebung des Zentrums sei vorhanden, wie man an den Markttagen sehen könne. Die Gestaltung bezeichnete er als fantasielos: „Man muss die Verweilqualität erhöhen.“ Ein Schritt dahin sei die schon steigende Zahl von Café-Sitzplätzen.

Björn Demmin möchte Rahmenbedingungen für weitere Veranstaltungen neben den bewährten Aktionen wie Autoschau und Fischabtrieb schaffen. Er versprach, ein offenes Ohr für die Wünsche der Gewerbetreibenden zu haben. Leerstände zu beseitigen, sei jedoch Aufgabe des Bürgermeisters. Seine Vorschläge für eine Belebung seien kleine Wochenmarktkonzerte oder eine junge Bühne für Schülerbands auf dem Markt- oder dem Cathrinplatz sowie die Wiederbelebung des kulinarischen Marktes. Wichtig sei, auch die Barrierefreiheit im Blick zu haben.

Außer an den Markttagen lade der Marktplatz nicht zum Verweilen ein, meinte Martin Wolf. Man müsse ein Konzept für die Fläche entwickeln. Das könnten Strandkörbe oder eine neue pflanzliche Gestaltung sein: „Die Kübel mit Stiefmütterchen sind ideenlos.“ Außerdem regte er einen Glaspavillon am Garnkorb an, „der nicht die Sicht versperrt, sondern einen Abschluss schafft“. Zweitens müsse man Veranstaltungen – eventuell mit privaten Investoren – vorantreiben. Und mehr Freiräume für die Gewerbetreibenden schaffen. Das fange mit der Gestaltungssatzung an: „Wir haben hier wirklich keine Auswüchse mit Werbetafeln.“

Thomas Wulff will die Bürger in den Dialog mitnehmen und gemeinsam ein Konzept entwickeln, „der Bürgermeister kann nur Motor sein“. Veranstaltungen aus den Schulen könnten auf den Markt verlegt werden, man könnte mehr Angebote für Kinder wie beispielsweise eine Sandkiste schaffen. Die Stadt solle den Geschäften nicht vorschreiben, wie sie zu werben haben.

Er sei erstaunt gewesen, so Diehl, dass es bei seinem Besuch beim Verein Schusterstadt gar keine Diskussion gegeben habe. „Der Bürgermeister macht schon alles, da kann ich mich ja zurücklehnen“, so habe er es empfunden. Auch Demmin sah es als Problem an, dass der Bürgermeister auch der Vorsitzende ist. „Da werden viele Ideen und Anregungen von Gewerbetreibenden schon abgepuffert.“ Er regte einen runden Tisch an. Die neue hauptamtliche Geschäftsführerin könne das Bindeglied zwischen Verwaltungschef und Verein sein, meinte Wulff. Außerdem müssten sich die Gewerbetreibenden sich erst einmal einigen. Es gebe Interessengemeinschaften in der Kirchenstraße, Lange Brückstraße und am Markt. „Wieso setzen Sie sich nicht zusammen hin?“

Überwiegend harmonisch präsentierten sich die fünf Kandidaten zur Bürgermeisterwahl (28. Juni) am Sonnabend vor dem KN-News-Mobil auf dem Marktplatz in Preetz. Doch es gab auch Reibungspunkte. Die Belebung der Innenstadt war ebenso Thema wie die Radwege in der Stadt.

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Auf die Frage von Besucher Michael Krützfeldt, wie die Kandidaten zur Einrichtung von Beiräten stünden, herrschte wieder weitgehend Einigkeit. Er sehe derzeit keine Notwendigkeit, sagte Wolf. Birk verwies auf die Einwohnerfragestunde. Es gebe vielfältige Möglichkeiten, seine Ideen und Anregungen einzubringen. Diehl betonte, dass vor allem Jugendliche sich nicht auf mehrere Jahre festlegen wollten. Kinder und Jugendliche seien zu beteiligen, wenn es um ihre Belange gehe, meinte Wulff. Und Demmin: Wenn man Beiräte einrichte, müsse gewährleistet sein, dass es keine Kompetenzüberschneidungen mit Ausschüssen gebe.

Probleme für Fahrradfahrer sahen alle Kandidaten in der unteren Kührener Straße. Wolf schlug ein zeitweiliges Parkverbot vor. Dann müsse die Stadt aber Alternativen für die Anwohner anbieten, entgegnete Demmin. Er äußerte die Sorge, dass mit der Anschlussstelle der A 21 in Nettelsee der Autoverkehr noch zunehmen werde.

Auch Birk fand das Parken in der unteren Kührener Straße „nicht akzeptabel“, meinte aber ebenso: „Wohin mit den Autos?“ Er schlug vor, die Kreisstraße zu verlagern und den Verkehr unter der Hufenwegunterführung über Haselbusch und Lindenstraße zu leiten. Diehl regte an, die Sandwege in Parks in Schuss zu halten. Wulff kritisierte den sonntäglichen „Brötchen-Tourismus“ auf dem Markt, wo Autos Radfahrer gefährdeten.

Nächste öffentliche Vorstellung der Kandidaten: Donnerstag, 18. Juni, 19 Uhr, Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums

von Silke Rönnau, Ralph Böttcher und Claudia Josefus-Szellas

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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