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Kaffee-Ernte kann beginnen

Schwartbuck Kaffee-Ernte kann beginnen

Der Herbst im vergangenen Jahr bescherte Uli und Ursula Marx ein freudiges Erlebnis. An ihrem selbst gezogenen und umhätschelten Kaffeestrauch zeigte sich zum ersten Mal eine weiße Blüte. Zwölf Monate später sind die Kirschen reif und die erste Kaffee-Ernte in Schwartbuck steht an.

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Nach fünf Jahren belohnt die Kaffeepflanze Ursula Marx mit den ersten Früchten und Blüten für ihre Mühe.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Schwartbuck. Die Hamburger Kaffeeröster-Legende Jens Burg brachte das Ehepaar auf die Idee, selbst unter die „Plantagenbesitzer“ zu gehen. Burg pflegt einige Pflanzen auf seinem großen Balkon in Eppendorf. „Das hat uns so fasziniert, dass wir es selbst ausprobiert haben“, sagt Ursula Marx, die zusammen mit ihrem Mann seit zehn Jahren eine Schokoladen-Manufaktur in dem kleinen Ort betreibt. Burg überließ ihnen ungebrannte Kaffeebohnen der Sorten Arabica und Robusta, die aus Brasilien eingeflogen wurden. Das sind die am häufigsten verwendeten Arten weltweit.

 Mit solchem exotischen Saatgut muss man Geduld haben, wissen die Marx jetzt. Es dauerte teilweise bis zu sechs Monaten, bis sich der Keimling bequemte und ans Licht schoss. Fünf Sträucher wachsen in ihrem Haus. Eigentlich sollten es viel mehr sein. Ursula Marx: „Es macht so viel Spaß.“ Aber im vergangenen Herbst gingen auf einen Schlag 60 Pflanzen ein. Der Kaffeebusch verträgt nämlich überhaupt keine Kälte. Alles unter zehn Grad Celsius ist eine Bedrohung. Und ein früher und unerwarteter Kälteeinbruch tötete die Pflanzen, als sie noch draußen im Garten standen.

 Ansonsten ist der Strauch relativ pflegeleicht. So glaubt man es jedenfalls, wenn man dem Schwartbucker Ehepaar zuhört. Pralle Sonne mag er nicht. Im Winter stehen die Pflanzen bei den Marx an einem Fenster auf der Nord-Ost-Seite im Haus. Gegossen wird regelmäßig, aber nicht zu viel. Und eines ist wichtig: Die Wurzeln lieben die Tiefe. In flachen Blumentöpfen gedeihen sie deshalb schlecht. Erst als die Schwartbucker Kaffeepflanze in ein langes Gefäß umgesetzt wurde, setzte sie ihre Blüten an. „Wir hatten es bis dahin noch nie geschafft, dass sie geblüht hat.“

 40 Kaffeekirschen hängen an dem Bäumchen. In jeder befinden sich zwei Bohnen. Uli Marx, mittlerweile Experte des schwarzen Getränks, schätzt, dass er damit etwa 80 Gramm Kaffee nach dem Rösten übrig hat. Und wie schon Johann Wolfgang von Goethe wusste, ergeben 60 Gramm eine gute Tasse Kaffee. Ob die erste Ernte in Schwartbuck vollends aufgebrüht wird, steht aber noch nicht fest. Das Ehepaar Marx überlegt, sie als Saatgut für weitere Pflanzen zu nutzen. Uli Marx: „Das Exemplar hat ja bewiesen, dass es mit dem Klima hier zurecht kommt.“

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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