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Kind entdeckt Pistole im Plöner See

Walther PPK Kind entdeckt Pistole im Plöner See

Karl Mengan (10) reiste 13.800 Kilometer weit von seiner Heimatstadt Perth in Australien nach Plön, um seine Großmutter zu besuchen. Ausgerechnet dort macht einen besonderen Fund im Großen Plöner See: eine Pistole der Marke Walther PPK. Vermutlich ein Wehrmachtsoffizier oder ein Polizist warf die Waffe am Ende des Zweiten Weltkrieges ins Wasser.

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Karl Mengan (10) zeigt seinen Fund, den er am Seeufer in der Eutiner Straße gemacht hat: eine Pistole der Marke Walther, die vermutlich im Zweiten Weltkrieg im Großen Plöner See entsorgt wurde.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Plön. Karl Mengan spielte gerade mit seinem ferngesteuerten Boot auf einer Brücke am See an der Eutiner Straße. Zumindest so lange, bis das Mini-Schiff nicht mehr funktionierte. Großmutter Regina Leipnitz suchte nun in der Anleitung nach möglichen Fehlerquellen. In dieser Zeit lugte der Junge zwischen die schmalen Schlitze der Stegbretter ins Wasser. Dann sah er etwas, was vielleicht ein Griff sein konnte. Karl: „Oh, dachte ich mir. Da könnte etwas Interessantes sein.“ Mit einem Stock schubste er Steine beiseite und legte die Pistole frei. Mit einer Stange holte er sie ins Trockene. Nun zeigte sich: Die Walther PPK ist schon ziemlich ramponiert. Das Magazin fehlt und die Mantelung des Laufes ist weggerostet. Nur am Griff zeichnet sich deutlich der Markenname der Waffe ab. Schießen kann die Pistole wohl schon lange nicht mehr. Das alte Stück wäre nur gefährlich, wenn man es jemanden mit Wucht an den Kopf werfen würde.

 Großmutter Regina sah ihren Enkel selten so aufgeregt wie bei diesem Fund. Sie hat einen großen Respekt vor der Pistole. In die Wohnung durfte Karl sie nicht mitnehmen. Die Waffe ruht im Keller. Was damit geschehen soll, weiß die Familie noch nicht. Regina Leipnitz schlägt schon einmal vor: Mülltonne.

 Die Walther PPK kam 1929 auf den Markt und galt damals als besonders fortschrittlich. Sie ist eine sogenannte Spannabzugspistole. Wer mit ihr schießen möchte, muss den Hahn nicht manuell spannen, sondern kann einfach den Abzug drücken. Vor allem die deutsche Polizei und das Militär nutzten sie. Das Modell ist ein direkter Vorgänger der Walther PPK, die als Waffe der Filmfigur James Bond weltweit berühmt wurde.

 Waffen- und Munitionsfunde sind im Großen Plöner See keine Seltenheit. Um das Kriegsende herum ließ die Marineunteroffizierschule den Inhalt ihrer Waffenkammer im See versenken. Deutsche Soldaten, die auf dem Plöner Bahnhof ankamen, entledigten sich ebenfalls im Wasser ihrer Ausrüstung. Ältere Plöner erinnern sich, dass der kleine Bootshafen 1945 voll war mit Gewehren, Pistolen und Panzerfäusten.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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Foto: Karl Mengan fand die Pistole im Plöner See.

Der Pistolenfund am Großen Plöner See hat nun die Polizei auf den Plan gerufen. Ein zehnjähriger Junge hatte, wie berichtet, eine Pistole der Marke Walther PP im Wasser gefunden. Sie stammt wahrscheinlich aus dem Zweiten Weltkrieg.

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