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Hobby zum Beruf gemacht

Kfz-Mechatroniker Hobby zum Beruf gemacht

Der Kfz-Mechatroniker Daniel Wirges hat in diesen Tagen viele Gründe, aber wenig Zeit, die Abschlussprüfungen zu feiern. Der Lütjenburger (19), der als jahrgangsbester Auszubildender von der Kraftfahrzeug-Innung Kreis Plön freigesprochen wurde, arbeitet nicht nur im elterlichen Betrieb weiter, sondern hat bereits mit der Weiterbildung zum Meister begonnen.

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Vom Lernenden zum Lehrer

Wenn der Vater mit dem Sohn: Als Lehrherr hat Detlef Wirges seinen Auszubildenden Daniel Wirges so gut auf die Prüfungen vorbereitet, dass dieser als jahrgangsbester Kfz-Mechatroniker im Kreis Plön freigesprochen wurde.

Quelle: Dirk Schneider

Lütjenburg.  Kaum zu glauben: Bereits am Tag nach der nach der Gesellenprüfung am Mittwoch bestand Daniel Wirges die Ausbildereignungsprüfung. Die Vorbereitung und Qualifizierung für den Meisterbrief (Teil IV) erfolgte auf der Abendschule. Die nächsten Kurse für den Teil III beginnen am Montag. „Ab August besuche ich dann die Schule auf dem Priwall, um den Meistervorbereitungslehrgang mit den Teilen eins und zwei in Vollzeit binnen vier Monaten abzuschließen“, blickt Daniel Wirges mit imponierender Zielstrebigkeit in die Zukunft.

 „Irgendwie haben wir unserem Sohn wohl ein Kfz-Gen vererbt“, freut sich Vater und Lehrherr Detlef Wirges. Dabei war die Auto-Ausbildung eigentlich nur die zweite Wahl. „Ursprünglich wollte ich zur Polizei, aber als Brillen- und Kontaktlinsenträger erfüllte ich nicht die Einstellungskriterien“, so Daniel Wirges. Mit Plan B habe er nun quasi das Hobby zum Beruf gemacht. „Ich fahre seit meinem zehnten Lebensjahr Motocross. Mein Vater fährt auch und hat mich regelmäßig an den Wochenenden zum Training und zu den Wettkämpfen mitgenommen.“ Ehrensache, dass die Maschinen in der eigenen Werkstatt instand gehalten, getunt und repariert werden. „Daniel hat ein Händchen für Motoren und Getriebe, versteht die Zusammenhänge“, verrät Detlef Wirges.

 Entsprechend leicht sei seinem Sohn die praktische Ausbildung gefallen. Und auch mit der Theorie habe es immer besser geklappt. Eine nicht unwahrscheinliche Ursache: „So manche Frage konnte beim gemeinsamen Abendessen beantwortet werden, manche anstehende Aufgabe wurde beim Frühstück besprochen“, so Detlef Wirges.

 Und Daniel ergänzt. „Mein Vater ist ein guter Lehrmeister, die Verknüpfung von privat und beruflich war für mich ein großer Vorteil.“ Dazu zähle auch, dass er stets gefordert, aber nie überfordert wurde.

 „Ich durfte und konnte von Anfang an an den Motoren arbeiten und Dinge machen, die andere Auszubildende erst am Ende der Lehrzeit gemacht haben.“ Und so habe er in den dreieinhalb Jahren den Beruf und die Arbeit mehr als schätzen gelernt. „Es macht mir Spaß und ich weiß, dass ich den Betrieb irgendwann einmal übernehmen möchte.“

 Aber auch mit der Polizei pflege er noch einen regelmäßigen Kontakt. Sein getunter Audi TT gefalle den Beamten anscheinend so gut, dass er häufig zur Verkehrskontrolle herausgewinkt werde. „Aber da ist natürlich alles vorschriftsmäßig verbaut, vom TÜV abgenommen und korrekt eingetragen“, schmunzelt Daniel Wirges. Und so ende die Begutachtung meist mit einer kleinen Fachsimpelei.

 Bei der Freisprechungsfeier in Krummbek gaben der scheidende Obermeister Rudi Barleben und sein Nachfolger Claus-Henrick Estorff den frisch gebackenen Kfz-Mechatronikern im Rahmen der Freisprechungsfeier in Krummbek nicht nur die Zeugnisse und Gesellenbriefe mit auf den Weg, sondern auch ein paar Tipps für das künftige Berufsleben.

 „Die Weiterbildung wird immer wichtiger, weil die Entwicklungszyklen immer kürzer und die Technik immer anspruchsvoller wird“, betonte Barleben. So sei das vermeintlich einfache Einstellen eines Scheinwerfers bei einigen Automodellen bereits eine Wissenschaft für sich. „Automatisches Matrix-, Abblend- und Kurvenlicht, Abstandswarner und Radarsysteme – es gibt viele Details, die beachtet werden müssen.“ Hinzu komme der Einzug moderner Kommunikationssysteme in die aktuellen Neuwagen, ergänzte Estorff. Das hier erworbene Fachwissen biete den Berufseinsteigern auch gute Aufstiegsmöglichkeiten in einem krisensicheren Handwerk.

 Quasi als Anstoß zum Weiterlernen zeichneten die beiden Obermeister die Jahrgangsbesten aus: Daniel Wirges (Autoservice Wirges, Lütjenburg), Finn Ole Bäsner (Kfz-Grundies, Schellhorn) und Daniel Nörenberg (Autohaus Estorff, Plön). Mit der Ehrung verbunden sind Gutscheine für Fortbildungslehrgänge im Matthies Trainmobil. Freigesprochen wurden auch Alan Baschir (Autohaus Probstei, Schönberg), Jonas Burmeister und Marius Ehrhardt ( Autohaus Schönberg), Gerd Wolff (Autohaus Eckernförde) und Tobias Zander (Autohaus Estorff, Plön).

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