20 ° / 6 ° heiter

Navigation:
Die Kirche wurde zur Musicalbühne

Kirchbarkau Die Kirche wurde zur Musicalbühne

Acht Monate lang hatten die zahlreichen Akteure aus dem Barkauer Land dafür geprobt. An Pfingsten gab es in Kirchbarkau eine Religionsstunde der besonderen Art: Die St.-Katharinen-Kirche wurde zur Bühne für das Musical „Joseph and the Amazing Technicolour Dreamcoat“. Trotz einer Zusatzvorstellung waren sämtliche Plätze ausverkauft. Und der Beifall des Publikums in höchstem Maße verdient.

Voriger Artikel
Die Last der Schlichter nimmt zu
Nächster Artikel
Zelle zum Schmökern

Da Joseph (Mitte) die Träume des Pharaos richtig gedeutet hat, leidet Ägypten trotz Dürre keine Not – und kann auch die Flüchtlinge aus Kanaan versorgen. Die Brüder erkennen Joseph nicht wieder.

Quelle: Andrea Seliger

Kirchbarkau. Kann schon sein, dass sich vorher nicht jeder einen ägyptischen Pharao wie Elvis vorgestellt hat – nur einer der Einfälle aus dem Musical von Andrew Lloyd Webber, die die Geschichte so bunt machen wie Josephs Träumermantel. Nick Köhler gab den „King“ ganz souverän. Die darstellerische Hauptlast schulterten Pastor Felix Meyer-Zurwelle, der die Inszenierung auch leitete, und seine Frau Vanessa. Sie zeigten dabei gesangliches und schauspielerisches Talent. Der Pastor hatte die Rolle des Joseph übernommen, der von seinen neidischen Brüdern in den Brunnen gesteckt und als Sklave nach Ägypten verkauft wird. Vanessa Meyer-Zurwelle gab im Team mit Drittklässlerin Ciana Ihlo die Erzählerin.

 Zu den Kunststücken vorab dürfte es gehört haben, für die Rollen von Josephs Brüder tatsächlich echte Männer zu casten. Das Familienoberhaupt Jakob ist sogar mit einem Bürgermeister a.D., Alexander Nicolaisen aus Honigsee, besetzt. Doch was wäre ein Musical ohne bunte Chöre und Tanzszenen? Auch das haben die Kirchbarkauer geschafft, selbst wenn dafür die vordersten Bankreihen ausgebaut werden mussten, damit es genügend Platz für das hippieeske „Go Go Go Joseph“ und das Schlussbild mit dem ausgebreiteten bunten Mantel gibt. Die Leitung des musikalischen Parts lag bei Kantorin Boo Young Lim. Der historische Kronenleuchter wurde übrigens vorübergehend von einer Sechs-Meter-Traverse mit Scheinwerfern ersetzt, damit auch die Beleuchtung stimmte (Technik: Martin Kordes, Stefan te Kaat).

 Hinzuweisen ist auch auf die Leistung der Band, die in der engen Kirche gut versteckt über zwei Etagen logierten. Und wie viele Stunden Ulrike Oberem an den bunten Kostümen genäht hat, möchte man sich lieber nicht vorstellen.

 „Trotz Gefangenschaft und Sklaverei ist das Ziel dieser Erzählung die Versöhnung und nicht die Schuld“, schreibt der Pastor im Programm – sicher ein Grund dafür, warum das Motiv schon von vielen Künstlern aufgenommen wurde. Mit der Umsetzung des Andrew-Lloyd-Webber-Musicals hat das Team den Zuschauern ein Geschenk gemacht, und die Begeisterung dürfte in der ganzen Kirchengemeinde noch lange nachwirken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige