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Politischer Kirchentag macht Flucht zum Thema

Kirchenkreis Plön-Segeberg Politischer Kirchentag macht Flucht zum Thema

Zum vierten Mal lädt der Kirchenkreis Plön-Segeberg zu einem Politischen Kirchentag unter dem Motto „Für eine gerechtere Welt“ ein – zum ersten Mal an zwei Orten. In Plön und Preetz geht es am Freitag und Sonnabend, 16. und 17. September, um das Thema „Flucht-Bewegung“.

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„Für eine gerechtere Welt“: Ein engagiertes Team bereitet den Politischen Kirchentag vor.

Quelle: Silke Rönnau

Plön/Preetz. „Das Thema Flucht bewegt uns auch innerkirchlich“, sagt Pastorin Gertrud Schäfer (Ökumenische Arbeitsstelle Preetz). In jedem Kirchenkreis gebe es mittlerweile Flüchtlingsbeauftragte. Was kommt durch Flucht in Bewegung, was gerät gesellschaftlich in Gang? Diesen Fragen wolle man beim Politischen Kirchentag nachgehen, durch den man sich neue Impulse erhoffe. Das Programm sei bewusst so ausgelegt, dass jeder sich beteiligen könne.

In Plön startet die Veranstaltung am Freitag um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in der Nikolai-Kirche. „Dafür haben wir bei Bischof Gothart Magaard nachgefragt“, berichtet Gertrud Schäfer. Die Kirche müsse sich positionieren: „Wir wollen klare Worte hören“, fordert sie. Um 19 Uhr folgt ein Vortrag von Andrea Quaden, die für die Welthungerhilfe in verschiedenen Flüchtlingslagern tätig war. „Wir sind gespannt auf Einblicke in die aktuelle Lage.“ Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit für Gespräche mit der Referentin.

Am Sonnabend geht es in Preetz weiter. Nach einer Andacht ab 9 Uhr sowie einer Einführung in das Thema ab 9.30 Uhr stehen verschiedene Workshops auf dem Programm. „Wir gehen aus zwölf unterschiedlichen Richtungen an das Thema heran“, erläutert Schäfer. Es gehe nicht nur um die Flucht selbst, sondern auch um die Ursachen, um die heutige Wirtschaftsordnung und Fragen der Gerechtigkeit. Ein Workshop befasse sich mit Flucht und Geschichte: „Bei vielen älteren Menschen kommen jetzt wieder Erinnerungen an damals hoch.“ Klinik- und Notfallseelsorgerin Fanny Dethloff bietet dazu einen biografischen Workshop an: „Heilsames Erzählen und Schreiben“.

Bei „Flucht vom Acker“ geht es um Artenschwund sowie Landverluste durch Klimawandel, die viele Menschen an den Rand ihrer Existenz führten. „Was bedeutet es, wenn Kleinbauern ihr Land verlieren?“, fragt Torsten Nolte (Brot für die Welt), der diesen Workshop moderieren wird. Aber auch das Verhältnis von Islam und Christentum soll beleuchtet werden. „Der Islam gehört zu Deutschland“ lautet der Titel eines Workshops mit Axel Matyba (Islambeauftragter der Nordkirche). „Und was heißt eigentlich Integration?“, lautet eine Frage. Diakon Klaus-Rainer Martin will sich mit den christlichen Kirchen der EU und der Situation von Flüchtlingen beschäftigen. Alle vier Kirchen in Deutschland (evangelisch, katholisch, orthodox und freikirchlich) hätten eindeutige Stellungnahmen abgegeben. Doch wie positionieren sich die Kirchen in den ehemaligen Ostblockstaaten? Seine Gefühle und Gedanken kann man auch selbst unter der Leitung einer Tanztherapeutin in Bewegung umsetzen.

Die Ergebnisse, Anregungen und Impulse aus den Workshops werden anschließend zusammengefasst und an die Nordkirche weitergegeben, erklärt Gertrud Schäfer.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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