15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Eltern protestieren vorm Kreishaus

Kita-Plätze Schönkirchen Eltern protestieren vorm Kreishaus

„Die Absage traf uns wie ein Hammer“, sagt Mareke Wiese aus Schönkirchen. Sie hatte sich fest auf einen Kita-Platz verlassen. Andere traf es genauso. Ein knappes Dutzend Eltern fand sich deshalb gestern in der Kreisverwaltung ein, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Voriger Artikel
Heikendorf will Sky-Markt halten
Nächster Artikel
Die Abendromantik gewinnt

Kein Kita-Platz für den Nachwuchs – das trieb junge Mütter aus Schönkirchen bis in die Kreisverwaltung.

Quelle: Andrea Seliger

Schönkirchen/Plön. Viele aus der Gruppe haben bereits ältere Kinder in der Schönkirchener Kita Kirchenmäuse – und waren deshalb fest davon ausgegangen, dass auch die Jüngeren dort ab Sommer unterkommen. „Das war uns zugesagt worden“, so Wiese. Auch Diana Saul war von einem sicheren Platz für ihr drittes Kind ausgegangen – zwei besuchen die Einrichtung schon. Doch in diesem Jahr sind die Kita-Plätze in Schönkirchen extrem knapp. Laut Amt Schrevenborn bekommen 55 Kinder dort voraussichtlich keinen Platz zum 1. August – davon 23, die bereits älter sind als drei Jahre, und 32 unter Dreijährige. Viele Eltern gingen bei der Platzvergabe leer aus, obwohl beide berufstätig sind. Und anders als in früheren Jahren hilft es nur noch begrenzt, wenn bereits ein Geschwisterkind die Einrichtung besucht, denn die Vergabe im Amt Schrevenborn geschieht nun anhand einer neuen Richtlinie, die in einer Arbeitsgruppe des Kreises erstellt worden ist. Darin zählt das Alter eines Kindes mehr als die Familie. Andere haben noch gar keinen Platz, so wie die dreijährige Tochter von Maren Scherer. „Ich wollte im Oktober wieder anfangen zu arbeiten“, sagt Scherer und hat jetzt ein Betreuungsproblem.

 Durch Facebook hatte man im Kreishaus bereits Wind vom Anmarsch der empörten Eltern bekommen. Fachamtsleiter Wolfgang Klein versuchte zunächst, die Fakten zu klären: „Der Träger entscheidet, wer einen Platz bekommt, nicht der Kreis. Und die Richtlinie ist nur eine Empfehlung, nicht verpflichtend.“ Für Klein ist das grundsätzliche Problem der Platzmangel. Der Gesetzgeber sei davon ausgegangen, dass 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren für die Kita angemeldet werden. Die Wirklichkeit sei eine andere: „In dem Bereich, aus dem Sie kommen, liegt der Bedarf bei 70 Prozent.“ Die Gemeinden könnten dies nicht so schnell schaffen. Für die Verteilung des knappen Gutes seien deshalb nachvollziehbare Kriterien nötig.

 Der Kreis als Träger der Jugendhilfe ist allerdings letzte Instanz, wenn jemand dringend einen Platz benötigt – schließlich gibt es inzwischen einen Rechtsanspruch darauf. Erste Lösung sind dabei Tagesmütter. Wie kompliziert der Familienalltag wird, wenn man kleine Kinder an unterschiedlichen Orten betreuen lassen muss, schildern die Mütter allerdings nachdrücklich: zweimal täglich mehrere Wege, Kinder, die unzufrieden sind, weil sie nicht zusammenbleiben dürfen, unterschiedliche Ferienzeiten.

 Klein versprach, sich mit dem Amt in Verbindung zu setzen. Die fehlenden Kitaplätze waren bereits in der jüngsten Sozialausschusssitzung in Schönkirchen Thema: Zwar sind zwei neue Gruppen geplant, diese werden aber nicht bis zum Sommer fertig. Die Eltern verließen das Kreishaus trotzdem etwas optimistischer: „Ich glaube das Problem ist angekommen“, sagt Diana Saul.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3