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Kitzeberg: Magnet für junge Familien

Entwicklung Kitzeberg: Magnet für junge Familien

Jeder vierte Einwohner im Kreis Plön ist über 65 Jahre alt. Tendenz steigend. Während viele Städte und Gemeinden auf jungen Nachwuchs hoffen, ist in Heikendorf längst Bewegung. Der Ortsteil Kitzeberg, einst als privilegiertes Wohngebiet erschlossen, zieht seit ein paar Jahren immer mehr Familien mit Kindern an.

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„Wir wohnen zwischen Wald und Meer“, schwärmen Torsten (43), Leo (11), Ann-Katrin (41) und Merla (8).

Quelle: Nadine Schättler

Heikendorf. Ann-Katrin Schröder (41) und ihr Mann Torsten (43) gehörten vor sieben Jahren mit ihren Kindern Leo und Merla zu den ersten, die aus der alt gewachsenen Villenkolonie ein junges Viertel mit viel Leben machten. Über Freunde kamen sie zu Besuch nach Kitzeberg, der Journalistin und dem Inhaber einer Event-Produktionsfirma gefiel es sofort: „Hier gibt es viele Naturflächen, die Rehe laufen durch den Garten, und das Meer ist nah“, sagt Torsten. Die begeisterten Wassersportler hatten Glück und fanden eine günstige Immobilie. „Im Vergleich zu Hamburg kriegt man für sein Geld deutlich mehr.“ Immer öfter sehen sie junge Mütter mit Kinderwagen auf den Straßen. „Kitzeberg ist ein bunt gemischter Ortsteil geworden“, meint Torsten.

 Als eines der „schönsten, sichersten und ruhigsten Wohngebiete“ beschreiben Samira (38) und Tobias Hübner (33) ihr neues Zuhause an der Ostsee. Aus Bremen zogen die Ökonomin und der Nautiker vor einem Jahr hierher, um ihren Kindern mehr Weite und Ruhe zu bieten. „In Kitzeberg gibt es tausend Möglichkeiten für Kinder“, erklärt Tobias. Surfen, angeln, segeln, alleine durch den Wald stromern – das alles wünscht sich der Familienvater für Alexander (6) und Laura (4). „Für uns ist Kitzeberg noch ein Stück heile Welt“, sagen die Hübners. Weitere Pluspunkte für die junge Familie: die umfangreiche Erstversorgung in Heikendorf, das schulische Angebot und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. „Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass hier so viele andere Kinder sind.“ Allein in der direkten Nachbarschaft wohnen 15 Jungen und Mädchen.

 Eines davon ist Rosi (22 Monate) mit ihren vier älteren Patchwork-Geschwistern und den Eltern Dora (44) und Dirk (49) Zielske. Die Landschaft, die Nähe zum Meer, das Licht und die Luft haben die gebürtige Ungarin und den Rheinländer von Bonn nach Kitzeberg umsiedeln lassen. „Das alles kann man nicht mit Geld bezahlen“, meint Dirk. Als junger Arzt hatte er seine Karriere in einem Kieler Pharmaunternehmen begonnen. Die Liebe zum Norden hatte ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Ganz gezielt fand Familie Zielske in Kitzeberg nicht nur ein Häuschen, für das sie im Ruhrgebiet „das dreifache“ hätten zahlen müssen, sondern auch eine ganz besondere Nachbarschaft. „Wir sind fast wie eine erweiterte Patchwork-Familie“, erklärt Dora. Ihre Mutter in Ungarn hat den Nachbarssohn schon als Gast empfangen und mit selbstgemachtem Pfannkuchen versorgt.

 Mit Freude beobachten Heike (73) und Hans Jürgen Utecht (78) die jüngsten Entwicklungen in Kitzeberg. Hans Jürgen Utecht wohnt bereits seit 1947 in dem Ortsteil. „Früher waren hier überall Kinder, und heute ist das auch wieder so.“ Um die Gemeinschaft von jungen und alten Kitzebergern zu stärken, haben die Utechts zusammen mit drei weiteren älteren Ehepaaren im vergangenen Jahr ein großes Straßenfest organisiert. Knapp 20 Kinder zählen sie in ihrer direkten Nachbarschaft. „Es ist wunderbar, dass hier wieder Leben und Power ist. Da vergisst man fast, dass man selbst schon zum alten Eisen gehört“, sagt Heike Utecht.

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