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Fürs Freibad liegt ein Konzept vor

Schwentinental Fürs Freibad liegt ein Konzept vor

Nur noch 25 Meter Länge für die Schwimmer, aber viele Extras im flachen Becken und eine Wasseraufbereitung nach neuestem Stand der Technik: Das könnte Schwentinental bekommen, wenn das Freibad für 3,9 Millionen Euro brutto saniert wird.

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Das Konzept für eine 3,9-Millionen-Euro-Sanierung des Raisdorfer Freibads sieht kleinere Wasserflächen vor.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Das Konzept wurde nun erstmals öffentlich vorgestellt. Architekt Eshref Bajrami vom auf Bäder spezialisierten Büro Geising und Böker und Thomas Hesse vom kooperierenden Ingenieurbüro Pinck stellten ihre Planung dem Hauptausschuss am Montagabend persönlich vor. Wie berichtet, sollen die Wasserflächen aus Kostengründen verkleinert werden. Das trifft vor allem die 50-Meter-Bahn der Schwimmer, die halbiert werden soll. „Die Wasserflächen sind im Verhältnis zur Besucherzahl überproportioniert“, erklärte Bajrami. 2015 hatte das Bad rund 74000 Gäste, 2016 aufgrund des schlechten Wetters in den Ferien nur 59000. Das Springerbecken bleibt dabei im Prinzip erhalten. Das Nichtschwimmerbecken wird nur etwas kleiner, weil das für die Sanierung des Beckens notwendig ist, und soll Extras bekommen, wie sie auch andere Bäder haben. Dazu gehören ein Wasserpilz, Bodensprudler, Massagedüsen und Nackenschweller. Das Planschbecken rückt näher an die anderen heran, ist aber abgegrenzt durch einen Liegebereich.

 Die 100 Quadratmeter sollen in vier Ecken mit unterschiedlichen Wassertiefen aufgeteilt werden. Die Nähe sei baulich einfacher auszuführen, außerdem seien die Kinder dort leichter zu beaufsichtigen. Der früheren Idee, das Planschbecken erst einige Jahre später zu sanieren, um die Kosten zeitlich zu strecken, hielt Ingenieur Thomas Hesse für ungeeignet: „Sie können das Kinderbecken so nicht weiter betreiben. Es hat keine eigene Wasseraufbereitung.“

 Für die Wasserqualität sollen zukünftig vier Filter in einem neu zu errichtenden Technikgebäude auf dem Freibadgelände sorgen. Diese Behälter sind zwar fast vier Meter hoch, aber etwa zur Hälfte in die Erde eingegraben, da ihr Wasserspeicher tiefer liegen muss als die Becken. Die neuen Beckenwände sollen in haltbarem Edelstahl ausgeführt werden. Die jetzigen bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der aber wie die technischen Anlagen in die Jahre gekommen ist. „Die Wand hat eine Ausbuchtung zum Wasser hin. Es kann jederzeit sein, dass das Becken einknickt“, warnt Bajrami.

 Bei früheren Entwürfen war noch eine Variante im Gespräch gewesen, bei der zumindest zwei 50-Meter-Bahnen erhalten worden wären. Davon rät Bajrami allerdings ab: „Es ist eine teure Rinne“, meinte er, außerdem seien es 300 Quadratmeter Wasserfläche mehr als benötigt.

 Die Nettokosten sind inzwischen auf 3,3 Millionen Euro inklusive Rutschensanierung berechnet worden. Für die Planung empfiehl Bajrami, zehn Prozent für Unvorhergesehenes aufzuschlagen: „Wir bauen in einem Bestand.“ Inklusive des Puffers sollen die Gesamtkosten bei 3,9 Millionen Euro brutto liegen. Fällt die Entscheidung noch dieses Jahr, kann die Stadt auf Landeszuschüsse von einer halben Million Euro setzen.

 Eine Entscheidung fasste der Ausschuss dazu noch nicht: „Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, so der Hauptausschussvorsitzende Volker Sindt. Zunächst werden die Fraktionen darüber anhand der neuen Berechnungen beraten.

 Keine Zahlen gibt es bisher darüber, inwieweit die neue Technik und die kleineren Becken Energie einsparen. Das Schwimmbad wird allerdings bisher durch das den Stadtwerken gehörende Blockheizkraftwerk beheizt. Diese Wärme, die im Winter die Schule und Wohnungen versorgt, fällt im Sommer ebenfalls an, wird aber außer im Freibad nirgends gebraucht, erklärte Wolfgang Schneider, Stadtwerke-Geschäftsführer.

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Schwentinental
Foto: Hausmeister Sven Marten spült den Filter der Klausdorfer Lehrschwimmhalle.

Kehrtwende in Sachen Freibadsanierung in Schwentinental: Nach der Vorstellung des Konzepts am Montagabend waren noch zu viele Fragen offen. In der Stadtvertretung am Donnerstagabend schlug Bürgermeister Michael Stremlau deshalb vor, die Sanierung der Kleinschwimmhalle vorzuziehen.

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