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Entwarnung wegen Bohrschlämmen

Kreis Plön Entwarnung wegen Bohrschlämmen

Der kleine Erdöl-Boom im Kreis Plön zwischen 1952 und 1994 hat seine Spuren hinterlassen. Die Ölfirmen verklappten Bohrschlämme und mit Öl belastete Böden einfach in Gruben. 18 dieser Deponien sind heute bekannt. Die Kreisverwaltung sieht derzeit keine Gefährdung der Bevölkerung.

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Die markanten Pferdekopfpumpen zur Ölförderung gehörten bis in die 90er-Jahre zum Landschaftsbild im Kreis Plön.

Quelle: Archiv

Plön. In einem Bericht an den Umweltausschuss heißt es nach einer Analyse der Standorte, dass im Augenblick keine weitergehenden Maßnahmen getroffen werden müssen. Diese Aussage stützt sich auf frühere Untersuchungen und bereits getroffene Sicherungsmaßnahmen. Sieben Deponien wurden dabei als besonders brisant ausgemacht. Die Oberflächen der beiden Öldeponien in Rendswühren (4500 Kubikmeter Bohr- und Ölschlamm) und Kührsdorf wurden bereits vor Jahren versiegelt, sodass kein Regenwasser die Giftstoffe mehr ausspülen kann. Für die Schlammgrube der Texaco in Passade kam ein Gutachten 2003 zu dem Schluss, dass es keinen Verdacht auf eine schädliche Bodenveränderung gebe. Im Fall des Schlammbeckens in Hohenfelde hat der Betreiber 1994 einen Gutachter beauftragt. Damals stellte er keine Gefährdung fest. Die Umgebung der Schlammgrube im Schwentinentaler Ortsteil Raisdorf wird seit 1994 überwacht. Verunreinigungen des Grundwassers zeigten die bisherigen Analysen nicht. In der Schlammablagerung im Tonberg in Ascheberg fanden sich 2007 hoch belastete Böden. Ein Gutachten kam damals zu dem Schluss, dass die giftigen Stoffe ins Grundwasser gelangen könnten. 2009 entdeckte man Bohrschlämme am Fuchsbergredder in Mönkeberg. Ein Gutachter empfahl, bei geplanter Überbauung, das Grundwasser zu kontrollieren.

 Verschärfend kommt hinzu, dass nicht nur die Überbleibsel der Ölindustrie im Boden landeten. Viele Gemeinden nutzen die Gruben lange Jahre zusätzlich als Mülldeponien, bevor das Abfallbeseitigungsgesetz diesem Wildwuchs ein Ende setzte.

 Neben den besonders belasteten Standorten gibt es noch elf weitere kleinere Bohrschlammgruben im Kreis Plön. Da bei den am höchsten bewerteten Ablagerungen keine Belastung des Grundwassers festgestellt wurde, stellte die Kreisverwaltung die Bearbeitung dieser Fälle zunächst zurück. „Sie sind aber weiterhin als potenzielle Schadstoffquelle im Auge zu behalten“, heißt es in dem Bericht.

 Auch 2017 erfolgen weitere Untersuchungen des Grundwassers. Im Haushalt des Kreises sind dafür 30000 Euro veranschlagt, doppelt so viel wie dieses Jahr. Eine Messstelle kostet je nach Größe der Altlast zwischen 5000 und 15000 Euro.

 Die Verwaltung macht der Kreispolitik aber keine Hoffnung, auf eine schnelle Abarbeitung dieser Ergebnisse. Die untere Bodenschutzbehörde liege mit ihrer Personalausstattung landesweit im unteren Bereich aller Kreise.

 Die Kreisverwaltung ist auf der Suche nach weiteren Ablagerungen und hofft auf Hinweisgeber. Eine gezielte Befragung der Bevölkerung sei vorgesehen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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