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Investoren für Blomenburg gefunden

Kreis Plön Investoren für Blomenburg gefunden

Unverhoffter Aufschwung für Selent: Investorengruppe kauft die Immobilie mitsamt dem Mutter-Kind-Kurheim und 200 Baugrundstücken.

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Das Technologiezentrum an und in der Blomenburg ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nun soll es vor Ort aufwärts gehen.

Quelle: hfr

Selent. Für die Gemeinde Selent im Kreis Plön zeichnet sich nach der Mehrfachpleite eines früheren Rendsburger Unternehmers mit der Folge von großen Leerständen im Ort eine unerwartete Wendung zum Guten ab. Die Blomenburg, das frühere Mutter-Kind-Kurheim und rund 200 Baugrundstücke haben nach Angaben von Bürgermeisterin Antje Josten und dem leitenden Verwaltungsbeamten Manfred Krumbeck einen neuen Eigentümer.

 Demnach hat eine Gruppe von mehreren Investoren die verschiedenen Objekte aus der Insolvenzmasse herausgekauft. In die historische Blomenburg und den unmittelbar angrenzenden, modernen Neubau soll eine Privatklinik etwa für Burn-Out-Patienten einziehen. Aus dem Mutter-Kind-Kurheim wollen die neuen Eigentümer eine Senioreneinrichtung mit betreutem Wohnen machen.

 Die weitgehend leer gebliebenen Baugebiete rund um die Blomenburg könnten sich ebenfalls bald füllen. Die Auflage des früheren Eigentümers, ihm die jeweiligen Baupläne zur Genehmigung vorzulegen, hatte in der Vergangenheit viele Häuslebauer abgeschreckt. Laut Bürgermeisterin Josten sind seit 2014 allerdings 40 Interessenten an die Gemeinde herangetreten. Die Adressen habe man an den Insolvenzverwalter weitergeleitet. Da zwei Baugebiete voll erschlossen sind, könne mit dem Verkauf der Grundstücke zügig begonnen werden.

 Die Verkaufsverträge für die Objekte sind bereits am Donnerstag vergangener Woche unterschrieben worden. Dem waren langwierige Verhandlungen vorausgegangen. Neben juristischen Formalien steht noch die Zustimmung der Gläubigerversammlung aus, die in den nächsten Wochen erfolgen soll. Ende August/Anfang September könnte Übergabe sein. Josten ist zuversichtlich und vertraut den neuen Eigentümern. Die Investoren hätten sich persönlich vorgestellt. „Da stecken Kapital und auch Energie dahinter“, sagte sie, ohne die Namen der Geschäftsleute zu nennen. Sie rechnet damit, dass der lähmende Stillstand bei den Selenter Problem-Immobilien bald beendet ist, und glaubt, dass Selent in den nächsten Jahren viele Neubürger, zahlreiche neue Arbeitsplätze und auch steigende Steuereinnahmen erwarten kann.

 Jahrelang hatte Selent unter dem Scheitern der Pläne des ehemaligen Rendsburgers gelitten. 2006 war mit großem Pomp das Technologiezentrum auf der Blomenburg gestartet, mit über zehn Millionen Euro öffentlich gefördert, aber privat geführt. Das Zentrum blieb jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. 2009 meldete der Unternehmer für seine Blomenburg-Beteiligungen Insolvenz an. Der Kreis Plön und Selent führten die wenig belegte Einrichtung auf eigene Kosten noch zwei Jahre weiter, gaben dann aber auf.

 Zur Überraschung aller erwarb der gescheiterte Betreiber des Technologiezentrums 2012 auch noch das leer stehende Mutter-Kind-Kurheim im Ort, um darin zunächst ein Tagungshotel, später eine Kurklinik und dann ein Seniorenheim betreiben zu wollen. Es blieb bei den Gedankenspielen. Nur ein Jahr später gingen alle Unternehmungen des Rendsburgers in die Insolvenz.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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