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Jagdsteuer soll bleiben

Kreis Plön Jagdsteuer soll bleiben

Im Kreis Plön wurde ein gemeinsamer Antrag von CDU und FDP auf Abschaffung der Jagdsteuer vom zuständigen Ausschuss für Bauen, Umwelt und Abfallwirtschaft mit fünf zu neun Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Seit April 2012 spült die Steuer Jahr für Jahr eine sechsstellige Summe in die Kasse des Kreises.

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140 überfahrene Wildtiere weist die Statistik für den Kreis Plön aus. Die wirklichen Fallzahlen sind allerdings höher.

Quelle: Winsmann/DJV

Plön. Plön. Zuvor hatte Kreiskämmerer Erhard Schmoldt den Ausschussmitgliedern klargemacht, dass „die Kreisverwaltung schlecht beraten wäre, den Anträgen zuzustimmen“. Er rechnete vor, dass Einnahmen von 100000 Euro lediglich 200 Euro Sachaufwendungen (Porto und Papier) sowie 17000 Euro Entsorgungskosten für die Beseitigung 140 überfahrener Wildtiere an dem 222 Kilometer langen Kreisstraßennetz entgegenstünden. Diese Summen sind bereits in der Pauschale von fast 1,059 Millionen Euro enthalten, die der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, wie berichtet, pro Jahr für Mäharbeiten, Straßenausbesserungsarbeiten und Winterdienst vom Kreis Plön erhält. Schmoldt machte deutlich, dass das Geld, dass man den Jägern erlasse, an anderer Stelle kompensiert werden müsste.

 In der Diskussion warb Rainer Weigel (UWG) dafür, die Jagdsteuer um 25 Prozent zu senken und das Fallwild im Gegenzug wieder von den Jägern entsorgen zu lassen, während Ausschussvorsitzender Hans-Herbert Pohl (CDU) die Probleme mit Fallwild komplett ad acta legen möchte: „In der Zeit ohne Erhebung der Jagdsteuer hat die Fallwildentsorgung durch die Jäger problemlos geklappt. Die beste Lösung wäre es, die Jagdsteuer abzuschaffen und mit den Jägern und Revierinhabern wieder zu dem bewährten, harmonischen Miteinander zurückzukehren.“

 Der Antrag der UWG-Kreis Plön, der die Revierinhaber in der Hoffnung, dass die Jäger wieder das Fallwild entsorgen, um 25 Prozent entlasten wollte, fiel ebenfalls durch. Ein Befürworter und ein Gegner des Antrages sahen sich 13 Enthaltungen gegenüber – die Jagdsteuer wird also auch am 1. April 2016 erhoben.

 Die Fallwild-Problematik wird den Kreis Plön auch in Zukunft beschäftigen, wobei die genannte Anzahl von 140 überfahrenen Tieren (ab der Größe eines Dachses) nur ein Bruchteil der wirklichen Fallwild-Zahl ist. Das seien, so schätzt Kreisjägermeister Jan-Wilhelm Hammerschmidt auf Nachfrage von KN-online, nur die Kadaver, die die Mitarbeiter der Straßenmeistereien direkt neben den Kreisstraßen bergen. Tiere, die sich schwer verletzt noch wenige Meter weit auf ein Feld schleppen und dort verenden, tauchten in dieser Statistik ebenso wenig auf wie die das Fallwild an den übrigen Straßen – und das sind noch einmal über 2000 Kilometer Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen sowie das Autobahnstück bei Wankendorf (sieben Kilometer).

 Die Statistik der Kreisjägerschaft für Wildunfälle auf den Straßen des Kreises Plön sieht demzufolge auch ganz anders aus: Insgesamt 986 Wildtiere (180 Stück Damwild, 611 Rehe sowie jeweils 65 Wildschweine, Füchse und Dachse) wurden im vergangenen Jagdjahr (1. April 2014 bis 30. März 2015) als Fallwild registriert. Die Kosten teilten sich der Kreis (17000 Euro für 140 Tiere) sowie Bund, Land und Gemeinden, deren vom Steuerzahler finanzierte Haushalte mit den Entsorgungskosten für weitere 846 Tiere belastet werden.

 Fast 1,059 Millionen Euro beträgt die Unterhaltungs- und Instandhaltungspauschale (UI), die der Kreis pro Jahr an den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr überweist. Damit sind die Mäharbeiten (etwa 100000 Euro), Fallwildentsorgung an 222 Kilometer Kreisstraßen (17000 Euro), Winterdienst (schwankt je nach Witterung) und Ausbesserung von Straßen und Radwegen abgegolten.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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