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Unimogs im Dauereinsatz

Kreis Plön Unimogs im Dauereinsatz

Schlecht einsehbare Kreuzungen durch hohe Pflanzen am Fahrbahnrand, zugewucherte Radwege – die Liste der Beschwerden, die beim Kreis Plön in diesem Jahr aufgelaufen sind, ist lang. Und das, obwohl für die sogenannte Bankett-Mahd allein in diesem Jahr 1 058 800 Euro ausgegeben werden.

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Bankett-Mahd an der Autobahn: Der Landesbetrieb Straßenbau erledigt im Auftrag des Kreises Plön Mäharbeiten an den Fahrbahnrändern von insgesamt 518 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie sieben Kilometern Autobahn.

Quelle: Imago

Plön. Für so viel Geld erwartet der Kreis Plön vom für das Mähen zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr eine ordentliche Dienstleistung. „Es geht nicht um die Optik, sondern um Sicherheit!“, stellte Hans-Herbert Pohl, Vorsitzender des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Abfallwirtschaft des Kreises Plön klar, als er die „zum Rapport bestellten“ Gäste, Renke Eilers (Landesbetrieb) und Patrick Remmet (Leiter der Straßenmeisterei Stolpe), um Aufklärung bat.

 Eilers schilderte die Herausforderung in nackten Zahlen: Der Landesbetrieb sei allein im Kreis Plön für sieben Kilometer Autobahn, 140 Kilometer Bundes-, 156 Kilometer Landes- und 222 Kilometer Kreisstraßen nebst parallel verlaufenden Radwegen zuständig. Die Mitarbeiter der zuständigen Straßenmeistereien Stolpe, Klausdorf und Oldenburg könnten nicht überall gleichzeitig sein. Die Unimogs und Traktoren seien zehn Stunden pro Tag unterwegs, um in der Vegetationszeit zwischen April und November sicherzustellen, dass überall zweimal gemäht werde, wie vertraglich vereinbart ist. In der übrigen Zeit des Jahres werden die Mähbalken durch Schneeschilde und Salzstreuer ersetzt, sodass die orangefarbenen Unimogs und Traktoren die höchste Betriebsstundenzahl aller kommunalen Fahrzeuge haben.

 Remmet: „Das System funktioniert meines Erachtens nach gut. Der Fuhrpark muss wirtschaftlich sein, ich sehe nicht, dass es irgendwo knirscht.“ Er räumte aber ein, dass ein bis zwei Beschwerden pro Tag auflaufen, denen man aber schnellstmöglich nachgehe. Die langsam fahrenden Nutzfahrzeuge könnten aber nicht überall gleichzeitig sein, sondern würden nach einem ausgeklügelten Fahrplan unterwegs sein, um unnütze Wege zu vermeiden. Und auch einem möglichen Personalmangel könne man nicht die Schuld geben – die Straßenmeisterei Stolpe zum Beispiel habe erst einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt.

 Auch Renke Eilers ging auf Ausnahmen ein, die es immer wieder gebe: So habe man einen Prioritätenliste, auf der der Mäheinsatz an stark befahrenen Straßen, an Unfallschwerpunkten, an Stellen mit starkem Wildwechsel und in der Nähe von Schulen ganz oben stehe. Angesichts der Kritik des Kreises Plön gab Eilers den Schwarzen Peter weiter: „Autofahrer sind laut Straßenverkehrsordnung verpflichtet, ihre Fahrweise den Verkehrsverhältnissen anzupassen“, könnten sich also nicht drauf verlassen, dass es überall tipptopp sei.

 Da sich die Mähsaison 2015 dem Ende zuneigt, wollen die Plöner Politiker zunächst das nächste Jahr abwarten und lehnten einen einen Antrag der CDU und FDP mit 10:5 Stimmen ab beziehungsweise werden ihn im kommenden Jahr nochmals beraten. Sollten sich erneut Beschwerden häufen, werde man Landrätin Stephanie Ladwig bitten, energischer als bisher auf die Einhaltung der Verträge zu drängen. Ob dafür mehr Geld in die Hand genommen werden muss oder zusätzlich private Dienstleister beauftragt werden, werde sich dann ergeben.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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