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Preise für Naturschutzprojekte

Kreisjägerschaft Plön Preise für Naturschutzprojekte

Birte Heckel-Neubert aus Schellhorn zieht Feldhasen und Wildkaninchen auf und wildert sie wieder aus. Christoph Keller vom Gut Neuhaus hat als Leiter des Hegerings 4 eine Kinder- und Jugendgruppe gegründet. Jetzt wurden beide von der Kreisjägerschaft mit dem Naturschutzpreis geehrt.

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Birte Heckel-Neubert zieht Wildkaninchen groß und setzt sie wieder in der Natur aus.

Quelle: Silke Rönnau

Schellhorn. Die Kaninchen stecken vorsichtig ihre Näschen aus der kleinen Hütte im Auswilderungsgatter, das Birte Heckel-Neubert in ihrem Garten aufgebaut hat. Sie hat ihnen gerade ein Schälchen mit Karotten hingestellt. 99 kleine Hasen und Kaninchen hat sie seit Februar bekommen, 39 mehr als im vergangenen Jahr. 70 haben überlebt. „Man kann nicht einfach ein Tier der Natur entnehmen“, betont sie. Erst einmal müsse der ortsansässige Jäger informiert werden. Als Beispiel erzählte sie auch von ein paar Jungen, die eine frische Sasse entdeckt hatten und die Jungtiere aus der Mulde holten, weil sie dachten, sie wären verlassen. Dabei werden sie vom Muttertier schon mal allein gelassen. Die Jungen hätten auch noch versucht, sie selbst aufzupäppeln. „Dann kann man sie nicht mehr aussetzen.“

 Die meisten Tiere würden jedoch von Katzen verletzt. 2009 hatte auch die Katze ihres Bruders einen verletzten Hasen angeschleppt – der erste, den sie aufzog. Im Laufe der Jahre eignete sie sich immer mehr Wissen an. Sie mikroskopiert und fotografiert auch selbst und schickt die Ergebnisse an die Uni Wien. Die Hasen hätten zunehmend Probleme, die richtige Nahrung zu finden, meint sie. Die Wildgänse fressen das Gras zu kurz. Claus-Henrick Estorff, kommissarischer Leiter der Kreisjägerschaft Plön, freut sich deshalb darüber, dass immer mehr Landwirte Blühstreifen am Ackerrand anpflanzen. Hasen benötigten die richtige Mischung an Kräutern.

 Die Aufzucht bedeutet viel Arbeit. Sie freut sich, dass sie es geschafft hat, gerade mal einen Tag alte Jungkaninchen durchzubringen. „Da mussten wir alle zwei Stunden füttern.“ Untergebracht werden die Kaninchen und Hasen im ehemaligen Kinderzimmer, bis sie genug trinken. Nach zwei Wochen müssen sie alle vier bis sechs Stunden versorgt werden. „Seit meine Kinder ausgezogen sind, die mich mal vertreten haben, wird es schwierig mit der Urlaubsplanung“, stellt sie fest.

 Der zweite Preisträger Christoph Keller hat als Leiter des Hegerings 4, der einen 8300 Hektar großen Bereich an der Ostseite des Selenter Sees von Engelau bis Stoltenberg umfasst, vor fünf Jahren eine Kinder- und Jugendgruppe ins Leben gerufen. Anlass war der Besuch einer Schulklasse auf Gut Neuhaus. Die Kinder betrachteten ein liegendes Pony, und jemand sagte: „Guckt mal, das Pony brütet.“ Die Jugend sei schon an der Natur interessiert, man müsse es nur fördern, sagt Keller, der auch die Grundschule Seekrug (Gemeinde Giekau) betreut.

 Die Teilnehmer zwischen drei und zwölf Jahren treffen sich alle vier Wochen. Er wolle ihnen die natürlichen Abläufe näher bringen, erklärt der Hegeringsleiter. Dabei werde nicht verheimlicht, dass die Tiere auch getötet und gegessen werden. Immer wieder stehen auch besondere Aktionen auf dem Programm. So stiegen sie in der Brunftzeit mit den Jägern auf den Hochsitz und besuchten den Wildpark Eekholt. Als nächstes steht ein Besuch bei der Fischerei Reese an. „Die Begeisterung der Kinder motiviert mich“, meint Keller, der von Estorff einen Scheck über 200 Euro erhielt. 300 Euro gehen an Birte Heckel-Neubert.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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