15 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Hilfe gegen Sprachbarrieren

Kreisvolkshochschule Hilfe gegen Sprachbarrieren

Die Einstiegskurse für Flüchtlinge, die die Bundesagentur für Arbeit mit einem Sonderprogramm fördert, wurden blitzschnell aus dem Boden gestampft. Vier Wochen nach Inkrafttreten eines neuen Gesetzes drückten die ersten Sprachschüler die Schulbank bei der Kreisvolkshochschule Plön (KVHS).

Voriger Artikel
Engagement für die Lernfreude
Nächster Artikel
Bäckerladen unter neuer Regie

Wer denn Ball fängt, beschreibt seine Kleidung. Spielerisch wird in den KVHS-Einsteigerkursen die deutsche Sprache an Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak und Eritrea vermittelt.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Inzwischen lernen die Flüchtlinge an 13 KVHS-Standorten im Kreis. Die KVHS war aus gutem Grund der erste Ansprechpartner für die Agentur für Arbeit, als es um die Einrichtung dieser Soforthilfe-Sprachkurse ging. Das seit fünf Jahren gut funktionierende Sprachpaten-Programm ist die Grundlage aus einer Zeit, als es das Wort „Flüchtlingskrise“ noch gar nicht gab. Seitdem ebnen ehrenamtliche Helfer den Neubürgern die Sprachbarrieren. Auf das dadurch entstandene Netzwerk konnte aufgebaut werden, wie KVHS-Leiterin Heike Zura dem für die Öffentlichkeitsarbeit der Agentur für Arbeit in Kiel zuständigen Thomas Bohse in Plön erläuterte.

 Bohse war gemeinsam mit den Arbeitsagenturmitarbeiterinnen Barbara Schütt (verantwortlich für Weiterbildungsmaßnahmen) und Kristin Köpke (Beraterin für Asylbewerber) nach Plön gekommen, um sich vor Ort ein Bild über die hervorragende Resonanz auf die Sprachkurse zu machen. Dank der Sprachpaten, so Heike Zura, bestehe ein sehr enger Kontakt zu den Betreuern von Flüchtlingen: Die Kurse mit maximal 320 Unterrichtsstunden seien schneller ausgebucht, als sie angeboten werden können.

 Eine Einschränkung gibt es: Unterrichtet werden nur Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran und Eritrea. Bei diesen vier Herkunftsstaaten gehen die Behörden davon aus, dass die Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland bleiben werden. Nur deswegen „lohnt“ sich der Einsteigerkursus, der die Zeit bis zur Anerkennung des Bleiberechts (und den damit verbunden Integrationskursen) sinnvoll nutzt. Erst dann können die Neubürger die offiziellen Integrationskurse belegen.

 Eine Sonderregelung gilt auch für die Honorardozenten: Das Anforderungsprofil ist niedriger als es vielleicht noch vor einem Jahr war. Mittlerweile müsse man lediglich nachweisen, dass man Erfahrungen mit der Anwendung der deutschen Sprache hat und sie an Flüchtlinge vermitteln kann.

 Kristin Köpkes Arbeitsplatz nutzt in dieser Zeit eher seltener das eigene Büro bei der Agentur für Arbeit in Kiel. Sie besucht jeden Kursus und bespricht mit allen Teilnehmern die Zukunftsperspektiven. In Plön zum Beispiel hat sie sich mit Hadi Alshami aus Syrien kurzgeschlossen. Der 28-Jährige lebt seit drei Monaten in Kalübbe, besucht derzeit den Sprachkursus in Plön und hofft, sein Betriebswirtschaftsstudium in Deutschland fortsetzen zu können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

Events: Kreis Plön

Veranstaltungen im
Kreis Plön - Aktuelle
Termine, News, Infos

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3