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Kreative Experimente

Bothkamper Mühle Kreative Experimente

In der Scheune fliegen die Funken. Draußen im Sonnenschein springen kleine Splitter vom Stein. Ein paar Meter weiter zeichnet der Pinsel Farbkleckse auf die Leinwand. Vier Künstler bieten auf dem Gelände der Bothkamper Mühle wieder Workshops im Rahmen der Sommerakademie an.

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Zum ersten Mal ist Heike Lindeburg-Brodd dabei –sie bearbeitet zusammen mit anderen Teilnehmerinnen unter der Leitung von Ingo Warnke (rechts) einen Stein.

Quelle: Silke Rönnau

Bothkamp. Gründungsväter dieser Reihe waren vor 16 Jahren Arno Falk und Ingo Warnke. Bei einer Ausstellung ihrer Skulpturen im Barkauer Land entstand die Idee, ein Angebot zu schaffen, um Interessierten verschiedene Techniken näher zu bringen. Dafür bot sich die Bothkamper Mühle an, die Falk seit Anfang der 80er-Jahre bewohnt. Hier hat er in einer Scheune auch seine Metallwerkstatt. Und der große Garten lädt geradezu zum Ausleben kreativer Ideen ein. Immer für die erste Ferienwoche wird ein unterschiedliches Programm mit wechselnden Künstlern zusammengestellt.

 „So kann man auch mal in neue Werkbereiche reinschnuppern und anderen bei der Arbeit über die Schulter schauen“, sagt Arno Neufeld, der in diesem Jahr experimentelle Malerei anbietet. „So bekommt der eine oder andere vielleicht Lust, im nächsten Jahr etwas Neues auszuprobieren.“ Es sei eine sehr gelassene, entspannte Atmosphäre. Vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, der schon eigene Ausstellungen hatte, könne jeder mitmachen. „Wir können uns auf jede Gangart einstellen.“

 Viele Teilnehmer brächten schon eigene Ideen mit, erzählt er, aber es könnten auch feste Aufgaben vorgegeben werden. Mancher habe schon bestimmte Vorstellungen, mit welchem Material er arbeiten wolle, andere erhielten eine Einführung in verschiedenste Techniken. Bei der experimentellen Malerei gehe es nicht nur um reine Aquarell- oder Ölmalerei, sondern auch darum, andere Objekte wie Fundstücke mit einzubeziehen. Nina Schlüter steht unter einem Baum an der Staffelei. Sie verbindet eine gegenständliche Form – zwei verrostete Tanks auf dem Gelände – mit einer „freien Übersetzung der Eindrücke“, so Neufeld.

"Superschöne Stimmung"

 Unter einem Sonnensegel bearbeitet Bildhauer Ingo Warnke mit drei Teilnehmerinnen Steine. Martina Burbach aus Preetz ist schon zum fünften oder sechsten Mal dabei. „Das ist Entspannung pur“, schwärmt sie, „eine superschöne Stimmung.“ Sie freue sich das ganze Jahr auf diese eine Woche nur für sich. Jedes Mal nehme sie sich vor, zu Hause weiterzuarbeiten, aber dann sei sie gleich wieder im Alltagstrott gefangen. Dieses Mal hat sie auch Heike Lindeburg-Brodd überredet mitzukommen. „Das war eine gute Entscheidung“, ist die Eutinerin glücklich. Ihr Stein soll später im Garten stehen. „Ich probiere alles aus – und wenn der Stein hässlich wird, kommt er eben hinter einen Busch“, lacht sie.

 Arno Falk erklärt inzwischen Mika Röhrs aus Kiel, mit 14 Jahren der jüngste Teilnehmer, wie man schweißt. Sie setzen Ohrenschützer auf – in der Metallwerkstatt geht es laut zu – und setzen die Schutzbrille auf. Dann greifen sie zum Schutzschild. Mika hat den Dreh schnell raus. „Das ist gar nicht so einfach, weil man wegen des Schutzschilds nichts sieht“, erzählt Sigrid Petersen aus Schönkirchen.

"Gelli Plate": Ein neuer Trend

 Oben unterm Dach sitzt die Gruppe von Wübke Rohlfs Grigull. Sie hat Gelatineplatten selbst hergestellt, die jetzt von den Teilnehmerinnen mit Farbe bestrichen und mit Schablonen, Pflanzen oder Bändern belegt werden, um sie dann auf Papier zu drucken. Die sogenannte „Gelli Plate“-Welle schwappt gerade aus Amerika herüber. „Der Abdruck sieht fast aus wie eine Radierung“, sagt sie und zeigt begeistert einige Bilder: „Das Arbeiten mit diesen Platten lässt sehr viel Experimentelles zu.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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