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Bei 250 000 Exemplaren ist Schluss

Kugelschreibersammler Bei 250 000 Exemplaren ist Schluss

Manfred Weber weiß genau, wo er seine Lieblinge aufbewahrt. Ohne zu zögern zieht er die zweitoberste Kommodenschublade nach vorn und greift die Mappe mit den akkurat aufgereihten, gelbblauen Kugelschreibern heraus. „Die Big Pen kommen aus aller Welt, von denen alleine habe ich 17 000 Stück“, erzählt Weber.

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Manfred Weber weiß genau, in welchen Schubladen, Mappen oder Etuis er nach einzelnen Exemplaren seiner 235 000 Kugelschreiber suchen muss.

Quelle: Sven Tietgen

Ruhwinkel. Vom Boden bis unter die Decke stapeln sich dort Kisten, Kommoden, Schränke und Schubladen mit den Schreibgeräten, denen der Rentner seit rund 18 Jahren verfallen ist. Ziemlich genau 236 500 Kugelschreiber umfasst seine Sammlung, die damit die größte seiner Art in Schleswig-Holstein ist. Manfred Weber kennt sich in der Szene aus: Er ist Vorstandsmitglied im Club der Kugelschreibersammler Deutschlands, organisiert mit seiner Ehefrau Anne Tauschbörsen vor Ort und ist seit einigen Jahren auch in einem dänischen Sammlerclub aktiv. 1998 hatte Manfred Weber für einen Freund und Kugelschreibersammler einige Exemplare von einem Flohmarktbesuch mitgebracht – und fing kurz darauf an, selbst die Stifte zu sammeln.

 „Die Vielfalt ist so groß, das Sammeln machte mir sofort Spaß, und das hört auch nicht auf“, erklärt der 68-jährige Schönbökener. Auf das Alter der Schreiber legt er keinen Wert, frühzeitig getrennt hatte er sich von den schlichten und einfachen Exemplaren, berichtet er weiter. Seine Sammelobjekte sind aus Pappe und Holz, Metall und vor allem Kunststoff. Eine eigene Abteilung bilden sogenannte Schwimmer: Im transparenten Schaft bewegen sich bei Schrägstellung verschiedene Motive. Aus anderen Kulis lassen sich Fähnchen mit Werbebotschaften entrollen, ein ungewöhnliches Exemplar beinhaltet sogar eine spärlich bekleidete Domina. Eine Kiste gibt den Blick frei auf Kulis, deren Minen in Tuben, Möhren, Eistüten oder Tennisschlägern stecken.

 In Aktenordnern abgelegte Plastikhüllen enthalten eigens angefertigte Schreiber mit den Namen der Gastgeber von Clubveranstaltungen. So hatten Manfred und Anne Weber erst Mitte März im Wankendorfer Gasthof Schlüter eine Tauschbörse auf die Beine gestellt, zwei Jahre zuvor luden sie nach Fahrenkrug ein. Im Kellervorraum stapeln sich Kisten mit mehreren Zehntausend Kugelschreibern, die doppelt vorhanden sind und zum Tausch mit Gleichgesinnten bestimmt sind. Belächelt wird der Vorsitzende des Bürgervereins Schönböken für sein Hobby übrigens nicht. „Manchmal finde ich im Briefkasten Kugelschreiber, die von Unbekannten eingesteckt wurden, das ist doch super.“ Fast jeden Sonntag ist Manfred Weber auf Flohmärkten unterwegs und hält Ausschau nach neuen Sammelstücken. Begrenzen will er den Zuwachs im Keller aber schon: „Bei 250 000 Stück ist dann auch Schluss.“

 Weitere Infos zu seiner Sammlung und zum Club der Kugelschreibersammler gibt Manfred Weber unter Tel. 04323/6552.

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