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Historischer Rundling musste weichen

Laboe Historischer Rundling musste weichen

Schon wieder eine Baustelle, die das Laboer Ortsbild drastisch verändern wird: Die alte Kate, die einst als Bestandteil des historischen Rundlings-Dorfes zur Arpschen Hufe gehörte, weicht Neubauten. Die Bagger sind schnell, binnen weniger Tage ist nichts mehr von dem Reetdachhaus übrig.

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Die „Speelmannsstell“, Teil der ehemaligen Arpschen Hofstelle, weicht einem Neubau. Einen Bebauungsplan gibt es nicht, die privaten Eigentümer dürfen so neu bauen, wie es die Umgebung vorgibt.

Quelle: Astrid Schmidt

Laboe. Schon in der Laboer Chronik ist von dem verstorbenen Helmut Schlitt zu lesen: „Das Alte stürzt, das Neue bricht sich Bahn.“ Das wird angesichts des Abrisses der alten Gebäude für viele Betrachter schmerzlich deutlich. „Wir können das nicht verhindern. Es gibt für das Gebiet keinen Bebauungsplan, die Gemeinde kann nur ihr Einvernehmen erteilen. Dort entsteht ein Neubau, der sich in die Umgebung einfügen muss“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst dazu.

 Doch für historisch Interessierte und „alte Laboer“ wie Traute Krull beispielsweise, ist es „sehr traurig“, die alten Häuser und damit das alte Bild Laboes schwinden zu sehen. Die Laboerin hatte 2005 ihr Buch über den Rundling herausgegeben und kennt die Geschichte des Hauses genau. „Dessen Anfänge reichen bis 1756 zurück“, sagte Krull. Der dazugehörige Hofraum betrug 3251 Quadratmeter.

 „Der Hufner Jochim Arpe ließ 1771 den Hofüberlassungsvertrag für seinen damals zwölfjährigen Sohn Hinrich Arpe aufstellen. Der übernahm 1781 die Hufe und baute 1801 ein neues großes Probsteier Niedersachsenhaus“, berichtet die Autorin weiter. 1811 starben beide Ehepartner an der Pest, und die klösterliche Obrigkeit legte die Hinterlassenschaft fest. Seit 1829 bewirtschaftete Hans Arp mit seiner Ehefrau Beeke (geborene Ladehoff) den Hof, 1841 bauten sie die Kate um und einen Kuhstall an. Die Inschrift im Balken über der Eingangstür zeugte von der Einweihung. Bis 1945 diente der große Bodenraum als Kornspeicher, dann wurde der landwirtschaftliche Betrieb aufgegeben. 1950 wurde der Bodenraum zu Wohnungen für Flüchtlinge umgebaut.

 Zuletzt wohnte Gertrude Göing (geborene Arp) mit ihrem Sohn Jochen und Familie in zwei Häusern auf der jahrhundertealten Hofstelle. „Speelmannsstell“ hieß sie übrigens, weil in dem Hause die Musik sehr gepflegt wurde, weiß Traute Krull.

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Astrid Schmidt

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