21 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Lag die Altarbibel in einem Care-Paket?

Schwentinental Lag die Altarbibel in einem Care-Paket?

Das Rätsel darum, wie die Raisdorfer Altarbibel aus den USA nach Deutschland kam, ist zwar immer noch nicht gelöst. Kai Holger Wilkens, Leser der Kieler Nachrichten, hat jedoch eine Theorie: Das Buch könnte in einem Care-Paket über den Atlantik geschickt worden sein.

Voriger Artikel
Sönnichsen tritt nicht wieder an
Nächster Artikel
Fachkräfte treten Dienst an

Wie ist das Raisdorfer Bibelexemplar über den großen Teich gekommen?

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Das ungewöhnliche Bibelexemplar war beim Ausräumen des alten Raisdorfer Pastorats aufgetaucht. Es war 1949 zur Einweihung des Andachtsraumes im Lager Karkkamp in Raisdorf übergeben worden, später aber jahrzehntelang verschollen.

 Nachforschungen des Schwentinentaler Heimatbundes ergaben, dass die deutschsprachige Bibel zwischen 1875 und 1880 in den USA gedruckt worden war. Damals gab es noch einen großen Anteil an deutschsprachigen Amerikanern.

 Kai Holger Wilkens vermutet deshalb, dass das umfangreiche Buch mit einem Care-Paket nach Deutschland gekommen ist. Der Ex-Kieler, Jahrgang 1936, lebt heute in Uelzen und las den Artikel, weil er ein Monatsabo der Kieler Nachrichten geschenkt bekommen hatte. Seine Vorfahren waren Fischer in Ellerbek und hatten eine Räucherei. Wilkens erinnert sich noch an ein Care-Paket, das seine Familie erreichte: „Wir haben ein Gesangbuch gespendet bekommen.“ Er kann sich deshalb vorstellen, dass andere möglicherweise neben Lebensmitteln auch eine deutschsprachige Bibel eingepackt haben.

 Die Care-Pakete (eigentlich Cooperative for American Remittances to Europe, Kooperative für amerikanische Versendungen nach Europa), waren ein US-amerikanisches Hilfsprogramm für das Not leidende Europa nach dem zweiten Weltkrieg. Fast zehn Millionen Nahrungsmittelpakete wurden zwischen 1946 und 1960 über den Atlantik geschickt, vor allem nach Westdeutschland und Österreich.

 Auch Helmut Ohl, Vorsitzender des Schwentinentaler Heimatbundes, hat die Pakete noch in Erinnerung. Weitere Hinweise oder Ideen über den Weg des ungewöhnlichen Bibelexemplars mit mehreren zusätzlichen Kapiteln beispielsweise zu Fauna und Flora zur Bibelzeit gibt es bisher nicht. Allerdings habe sich der Kirchenkreis Plön-Segeberg gemeldet, berichtet Ohl: Der habe Interesse an der Raisdorfer Altarbibel für eine Ausstellung im Luther-Jubiläumsjahr 2017.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr zum Artikel
Schwentinental
Foto: Helmut Ohl zeigt die Raisdorfer Bibel: Sie enthält auch farbige Bilder mit englischen Bildunterschriften – wie hier Moses mit den Gesetzestafeln.

Eine alte Bibel gibt in Schwentinental Rätsel auf. Sie wurde 1949 anlässlich der Einweihung des Andachtsraums im Flüchtlingslager Karkkamp übergeben. Wie der Heimatbund inzwischen herausfand, wurde sie aber bereits um 1880 gedruckt – in den USA. Wie das Exemplar nach Deutschland kam, ist ungeklärt.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3