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Die Kossau kann auch Hochwasser

Land unter Die Kossau kann auch Hochwasser

Die Seen der Holsteinischen Schweiz haben Konkurrenz bekommen. Die Regenfälle der letzten Wochen ließen die Kossau über die Ufer treten. Zwischen Rantzau und Lütjenburg lässt sich das Naturschauspiel gut beobachten. Das kleine Bächlein ist an einigen Stellen angeschwollen – auf eine Breite von 100 Metern.

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Die Kossau hat vor Lütjenburg ihr Bachbett verlassen und bildet stellenweise kleine Seen von 100 Metern Breite

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Stefan Ehrk, Vorsitzender des Gewässerunterhaltungsverbands, nimmt es gelassen. Mindestens einmal im Jahr verlasse die Kossau ihr Bachbett. Das ist für ihn kein Wunder. Das Gewässer, das in der Gemeinde Lehmkuhlen bei Preetz entspringt, nimmt letztlich den Regen einer großen Region auf und transportiert das Wasser durch den Großen Binnensee in die Ostsee. Und dafür fiel in den letzten Tagen und Wochen einfach zu viel Regen. Allein im Februar waren es bereits rund 100 Liter pro Quadratmeter. Die jetzige Lage verängstigt Ehrk nicht. Nur wenn jetzt kräftiger und langanhaltender Ostwind käme, könnte es am Unterlauf brenzlig werden. So wie im November 2010. Der Deich am Campingplatz Lippe in der Gemeinde Behrensdorf drohte damals zu brechen, weil die übervolle Kossau auf die Wälle drückte und das Wasser wegen des Ostwindes nicht abfließen konnte. Hunderte von Feuerwehrkräften sicherten damals den Deich mit immer neuen Lagen von Sandsäcken. Immer wieder „erstaunlich“ findet Ehrk, dass sich die Kossau im Gegensatz dazu in trockenen Sommern in ein kleines Rinnsal verwandelt.

 Die Naturschützer sind von der Lage am Wasser begeistert. „Solche Überschwemmungen bringen für Tiere und Pflanzen viele Vorteile mit sich“, berichtet Julia Steigleder, Umweltberaterin des Naturschutzbundes in Lütjenburg. Das Wasser sorge für feuchte Wiesen. Das mögen das Breitblättrige Knabenkraut (eine Orchideenart), die Wiesenglockenblume (die im Kreis Plön sehr selten ist) und die Kohldisteln. Arten, die auf der Roten Liste stehen.

 Auch die Fische profitieren von der Überschwemmung. Forellen laichen von Oktober bis Dezember auf dem Kiesgrund der Kossau ab. Wenige Monate später schlüpfen sie. Diese kleinen Fische finden nun in den Überschwemmungsbereichen, in denen die Strömung teilweise nur schwach ist, ideale Ruhebereiche, so Steigleder. Sie müssen nicht andauernd gegen den Strom schwimmen. Das wissen allerdings auch die Fischreiher. An einer überschwemmten Wiese bei Rantzau stapften am Donnerstag gleich sechs von ihnen in kurzen Abständen durchs Wasser und gingen auf Jagd. Insofern kann sich der Vorteil (ruhiges Wasser) manchmal in einen Nachteil (Endstation Reihermagen) verwandeln. Die Kossau fließt auf einer Länge von 25 Kilometern. Das Kossautal zwischen Rantzau und Lütjenburg steht seit 1984 unter Naturschutz. Aale und Meerforellen können bislang nicht in den Oberlauf gelangen. In Helmstorf und Rantzau verhindern derzeit noch Wehre ein Aufstieg der Fische. Der Gewässerunterhaltungsverband will zunächst die Fischsperre in Rantzau in Angriff nehmen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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