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Launiger Festkommers op Platt

Lütjenburg Launiger Festkommers op Platt

Op Platt lässt sich so manches auf charmante Art sagen, was hochdeutsch eher holprig klänge. Das dachten sich offenbar fast alle Redner beim Festkommers der Lütjenburger Schützen-Totengilde von 1719 und gestalteten entsprechend ihre Beiträge.

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Die zehnjährige Luise Korte hatte zu Ehren der Gilde ein Gedicht op Platt einstudiert und durfte es im Festzelt vortragen.

Quelle: Orly Röhlk

Lütjenburg. Die Gilde hat sich vorgenommen, die plattdeutsche Sprache zu pflegen. Launig verabschiedete Ehrengildeoberst Hans-Ulrich Strehlow den scheidenden König Peter Pappenheim („uns Pappenheimer“), und auch der stellvertretende Landrat Lutz Schlünsen, der die erkrankte Landrätin Stephanie Ladwig vertrat, übte sich wacker im Plattdeutschen. „Die Leute sind nett, das Essen ist gut, zu trinken gibt es auch – es gibt schlimmere Orte, die Landrätin zu vertreten“, so Schlünsen. Nächstes Jahr wolle er wiederkommen und dann das gesamte Programm mitmachen, versprach er.

 Die zehnjährige Luise Korte erwies der Gilde eine besondere Ehre: Lange hatte die Viertklässlerin mit ihrer Oma ein Gedicht auf Platt geübt und durfte dieses im Festzelt vortragen. Nicht nur bei ihr ging es inhaltlich um den Wechsel im Amt des Gildeoberst, das Dirk Timmermann als Nachfolger Strehlows angetreten hat. „Die Gilde hat uns Soldaten beim Wechsel von Lütjenburg nach Todendorf ganz toll integriert“, würdigte der Chef der Flugabwehrgruppe 61 in Todendorf, Oberst Markus Müller, die Schützen-Totengilde. „Jetzt haben wir kurze Wege, weil der Gildeoberst einer von uns ist“, sagte Müller mit Blick auf Timmermann, der als Hauptmann in Todendorf arbeitet. Als weitere Gäste waren sechs Gildebrüder aus Vechta angereist, die über Familienbande Mitglied in der Lütjenburger Gilde sind und als Geschenk drei Pakete mit 1200 Liederbüchlein mitbrachten. Pappenheim, der mit Ehefrau Antje in Giekau lebt, frotzelte rückblickend auf seinen Antritt in die Gilde vor vielen Jahren: Damals habe man ihm erklärt: „Was in Giekau der König ist, das ist bei uns der Rekrut.“ Die Rekruten sind die Neulinge in der Gilde. In diesem Jahr möchten als neue Mitglieder Christian Anders, Hannes Pappenheim, Pascal Reklat und Herbert Wendland aufgenommen werden. Ein Jahr Probezeit haben bestanden Claas Anders, Tjark Olde Anders, Mathias Behrens, Sönke Buchhorn, Felix Freiherr von der Goltz, Nils Jansen, Jens-Thomas Zielke, Hanno Niebuhr und Simon Tabeling.

 Der Otto-Maack-Gedächtnispokal für besondere Verdienste ging an die Gebrüder Achim und Dieter Holbek aus Duisburg, die seit 50 Jahren in der Lütjenburger Gilde sind und seit 20 Jahren zum Gildefest anreisen. Geehrt wurden für langjährige Mitgliedschaft Otto Schütt für 65 Jahre und für 50 Jahre Eckhard Jensen, Gerhard Martsch, Uwe Nissen, Karl Stabenow und Rudolf Sukstorf. Eine Ehrung für 40 Jahre erhielten Eckhard Kühl, Jürgen Langholz, Reinhold Thede und Volker Zillmann. 25 Jahre Mitglied sind Harald Garbers und Klaus Vollstedt.

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