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Meilenstein für Inklusion

Neues Wohnheim in Preetz Meilenstein für Inklusion

Zwölf Menschen mit hohem Hilfebedarf haben in Preetz ein neues Zuhause gefunden. Das Lebenshilfewerk Kreis Plön hat neben dem bestehenden Wohnheim an der Fußsteigkoppel ein neues Haus gebaut, das speziell auf die Bedürfnisse von Schwerbehinderten ausgerichtet ist.

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Das neue Wohnheim für Menschen mit hohem Hilfebedarf wurde offiziell eingeweiht. Darüber freuten sich auch Bürgermeister Björn Demmin (von links), der stellvertretende Landrat Werner Kalinka, Imke Jensen und Kay Sedemund von der Lebenshilfe-Kreisvereinigung, Sozialausschussvorsitzende Katy Hagelberg, die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Michaelsen und Lebenshilfe-Geschäftsführerin Merit Feilhauer.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. „Die Stadt Preetz nimmt unsere Bewohner schon viele Jahre in ihrer Mitte auf und war deshalb unser Wunschort“, bedankte sich Geschäftsführerin Merit Feilhauer in ihren Begrüßungsworten zur offiziellen Eröffnung. Sie dankte auch dem Kreis Plön, der sich für die Finanzierung stark gemacht habe, und den Eltern, die ihre Kinder jahrelang selbst gepflegt hätten und sie nun der Lebenshilfe anvertrauten. „Wir bieten einen Rahmen, der Ihren Kindern neue Möglichkeiten gibt, sich in andere Richtungen weiter zu entwickeln“, erklärte sie.

 „Die Inklusion ist eine gute Tradition in Preetz“, betonte Bürgermeister Björn Demmin. Das neue Gebäude sei bereits die fünfte Wohnstätte in der Stadt. „Selbstbestimmt und individuell zu leben ist für Menschen mit Behinderung eine große Herausforderung“, meinte er. Ein großes Plus sei die Lage zwischen den Werkstätten und der Innenstadt. „Mitten in Preetz – mitten im Leben“, sagte auch Werner Kalinka als stellvertretender Landrat. Die Lebenshilfe habe ein Zuhause geschaffen für diejenigen, die es schwerer haben. Das neue Wohnheim sei ein weiterer Meilenstein im Miteinander zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen.

Lange um das Wohnheim gekämpft

 „Wir haben lange auf dieses Wohnheim gewartet und darum gekämpft“, betonte Imke Jensen als Vorsitzende der Lebenshilfe-Kreisvereinigung stellvertretend für alle Eltern. Die Planungszeit habe 13 Jahre gedauert. Sie wies deutlich darauf hin, dass kein Pflege-, sondern ein Wohnheim entstanden sei. Die Lebenshilfe setze sich für gesellschaftliche Teilhabe ein. Der Neubau direkt neben dem schon bestehenden Wohnheim ermögliche enge Kontakte zwischen den Bewohnern. „Schon jetzt gibt es Begegnungen im gemeinsamen Innenhof.“ Sie blickte allerdings auch mit Sorgen in die Zukunft: Die Bundesregierung arbeite an einem neuen Teilhabegesetz, wobei die Kosten für schwerbehinderte Menschen in die Pflegeversicherung verschoben werden sollen. „Pflege ist aber nicht Teilhabe.“ Wenn der Gesetzentwurf so durchkomme, „werden Häuser wie dieses nicht mehr entstehen und nicht mehr bestehen können“.

 Für die musikalische Umrahmung der Einweihungsfeier sorgten die Black Lions, die inklusive Band der Kreismusikschule Plön. Bernd Zwirner, Bereichsleiter Wohnen bei der Lebenshilfe, führte anschließend die Besucher durchs Haus, dessen Mittelpunkt der 145 Quadratmeter große Gemeinschaftsraum bildet. In der offenen Küche mit einem ausziehbaren Arbeitstisch für Rollstuhlfahrer werden die Mahlzeiten zubereitet, an der langen Tafel wird gemeinsam gegessen. Verschiedene Sitz- und Liegemöglichkeiten laden zum Entspannen ein. Jeder Bewohner hat ein eigenes, 16 Quadratmeter großes Zimmer, das er nach seinen eigenen Wünschen farblich gestalten und einrichten durfte. Jeweils zwei Zimmer teilen sich ein großes barrierefreies Bad. Im Außengelände entsteht noch ein Garten der Sinne mit Blüten- und Duftpflanzen in Hochbeeten und einer Vogelnestschaukel. Wichtig war der Lebenshilfe auch die Trennung von Wohnort und Arbeitsplatz. Die Bewohner werden morgens zur Werkstatt für behinderte Menschen gebracht und kehren gegen 15.30 Uhr zurück.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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