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Leinenzwang empört Hundebesitzer

Sehlendorfer Strand Leinenzwang empört Hundebesitzer

Andreas und Pascal Buhmann bewachen üblicherweise Gewerbeimmobilien. Am Sehlendorfer Strand gehen die Wachleute seit wenigen Tagen einem Spezialauftrag nach. Sie passen auf, dass am Hundestrand alle Tiere angeleint sind. Das erfreut nicht alle „Herrchen“.

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Michaele Müller geht mit ihren Hunden Clara und Grace am Hundestrand in Sehlendorf spazieren. Pascal (Mitte) und Andreas Buhmann passen seit einer Woche auf, dass die Tiere auch alle angeleint sind.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Blekendorf. Die Gemeindevertreter waren es leid, sich von Urlaubsgästen (ohne Hund) die Klagen über die freilaufenden Vierbeiner am Strand anzuhören. Sie liefen beim Toben in fremde Gruppen hinein und störten den Strandgenuss. Auch die Häufchen im Sand störten Besucher. Zuletzt kam es zu Verbalattacken von uneinsichtigen Hundebesitzern auf Gemeindepersonal.

 Vater und Sohn Buhmann sollen den Strand nun befrieden. Keine leichte Aufgabe. Diejenigen Menschen, die es in der Vergangenheit liebten, ihren Tieren am Hundestrand freien Lauf zu lassen, müssen sich umstellen. Nicht alle wollen das. In einem Fall legte ein junger Mann seinem Tier nach einem Gespräch mit dem Wachdienst auch tatsächlich die Leine an. Wenige Momente später ließ er seinen Hund wieder los und joggte mit ihm gemeinsam davon. Eine Dame auf einem Rad mit dem Hund daneben pöbelte regelrecht auf die beiden Männer. Immer wieder müssen sie erklären, warum der Leinenzwang am Strand besteht. Vor allen Dingen morgens, wenn neue Gäste sich in die Strandkörbe setzen und die neuen Spielregeln noch nicht kennen.

 Die einzige Ausnahme: Wenn Waldi in die Ostsee hüpft, darf er das ohne Leine. Pascal Buhmann: „Sonst müsste der Hundebesitzer ja immer mit ins Wasser.“ Die Strategie der beiden Buhmanns in den nicht immer einfachen Dialogen am Strand: „Freundlich bleiben. Dann klappt das schon.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Urlauber sich bei ihnen auch über Dinge beschweren, für die sie überhaupt nichts können, zum Beispiel über zu viel Staub auf dem Parkplatz, wenn ein Auto entlangfährt. Dann können sie nur an die Gemeinde verweisen.

 Seit sieben Jahren macht Nicole Lubold aus Plauen mit ihren Hunden Urlaub an der Ostsee in Blekendorf. Sie ist regelrecht empört über den Leinenzwang, der zwar überall und schon immer auf Schildern angemahnt wird, aber in der Vergangenheit nicht so beachtet wurde. „Das hat in all den Jahren niemals Probleme gegeben.“ Sie könne Blekendorf nun nicht mehr ihren Freunden empfehlen. „Die vergraulen sich damit die Touristen“, sagt sie in Richtung Gemeinde. Und weiter: „Abzocke.“

 Michaele Müller aus dem Westerwald, Besitzerin von zwei Hunden, findet den Leinenzwang im Prinzip nicht verkehrt, setzt dann aber ein großes „Aber“ dahinter. Sie sieht in den Menschen ohne Tier, die sich aber dennoch an den Hundestrand begeben, den eigentlichen Auslöser für Konflikte. „Es müssten hier eigentlich Schilder aufgestellt werden ,Besucher ohne Hund nicht gestattet’“. Dann wäre aus ihrer Sicht Ruhe.

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