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Der 100. Geburtstag naht

Leuchtturm Neuland in Behrensdorf Der 100. Geburtstag naht

2016 wird der Leuchtturm Neuland in Behrensdorf 100 Jahre alt. Den Anlass will die Gemeinde gebührend feiern und mit einer Ausstellung an die Geschichte des Bauwerks erinnern. Dafür werden noch Dokumente und Fotos gesucht.

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Kristina van Riesen und Heinrich Sachau bereiten das 100-jährige Jubiläum des Leuchtturms Neuland für 2016 vor.

Quelle: Orly Röhlk

Behrensdorf. Außerdem plant Kreisdenkmalpflegerin Silke Hunzinger einen ausführlichen Beitrag im Jahrbuch für Heimatkunde. Frühzeitig haben Bürgermeister Heinrich Sachau und Kristina van Riesen, Mitarbeiterin in der Tourist-Info, mit den Vorbereitungen begonnen. „Es gibt nur wenige Fotos, wir hätten gern noch mehr Unterlagen“, erhofft sich der Bürgermeister Hilfe von der Bevölkerung. Er hat sich vorgenommen, im Landesarchiv in Schleswig weiter zu forschen. Vom Bundesarchiv in Köln, wo es wohl auch noch Dokumente gebe, liegt ihm bisher nur ein Aktenzeichen vor. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck verwahrt lediglich die Baupläne.

 Fündig wurde Sachau auch im gemeindlichen Archiv kaum, denn Eigentümer des 40 Meter hohen Bauwerks samt Maschinenhaus war immer die Bundeswehr. Einzig liegt ihm aber ein Briefwechsel von Jürgen Graf von Waldersee, damals Staatssekretär in Bonn und Bürger von Stöfs in der Gemeinde Behrensdorf, mit dem Bundesverkehrsminister Werner Dollinger (1982 bis 1987) vor. Anlass war die anstehende Renovierung des Leuchtturms Mitte der 80er-Jahre, als die Gemeinde gern wollte, dass das Bauwerk rot-weiß bleibt. „Doch dann hätten wir es alle acht Jahre auf eigene Kosten streichen müssen, das hätte 53000 Mark gekostet: 28000 allein die Leihgebühr für das Gerüst, der Farbanstrich 25000, das wäre zu teuer geworden“, erklärt Sachau.

 Hintergrund war der technische Fortschritt: Ab 1982 ersetzte die 1977 angelegte Fernsteuerung der Funkverbindung den letzten Leuchtturmwärter Hermann Hamann. Der Bund ließ 1986 das Bauwerk mit pflegeleichtem Backstein verkleiden, da der Leuchtturm seine Funktion als möglichst auffällige Landmarke verloren hatte und viele Schiffe nach dem Bau der Fehmarnsund-Brücke 1963 oberhalb von Fehmarn entlangfuhren.

 Seit 1987 steht der Turm unter Denkmalschutz. „1996 wurde das Leuchtfeuer endgültig eingestellt“, erzählt Kristina van Riesen: „Heute dient der Turm als Warnsignal für die Schießübungen in Todendorf (gelb) und Putlos (rot) für das auf der Ostsee ausgewiesene Sperrgebiet.“ Und als Trauzimmer: Wer mag, gibt sich hoch oben das Ja-Wort.

 Die Bundesanstalt für Immobilienwirtschaft verwaltet das Leuchtturmwärterhaus und ließ es zu vier Ferienwohnungen für das Sozialwerk des Bundes umbauen. Strandkorbvermieter Rolf-Dieter Peters aus Hohwacht erinnert sich daran, wie er als Vierjähriger in das Ostseebad kam. Damals war sein Großonkel Oskar Behrens Leuchtturmwärter auf Neuland. Er versah das Amt bis 1952 und lebte mit seiner Familie im Haus zu Füßen des Turms.

 Das Jubiläum wird 2016 am 24. Juli mit einer großen 100-Jahr-Feier gewürdigt. Für den 13. August 2016 ist ein Piratentag mit dem Auftritt einer Band abends auf der Festwiese am Strand geplant. „An diesem Abend soll der Turm weiß-rot angestrahlt werden“, verrät van Riesen. Ein Leuchtturmtag werde am 28. August sein.

 Doch zunächst gibt es zum 99. Geburtstag des Bauwerkes in diesem Sommer wieder zwei Leuchtturmtage – am 19. Juli und 16. August. Zum Programm am kommenden Sonntag zählt vormittags ein Auftritt des Gadendorfer Musikzugs, ab 13 Uhr kommt für Kinder die Zauberspaßshow mit Käpt’n Kümmel. Ab 14 Uhr gastiert die Oliver Schulz Bigband vom Bodensee, und es gibt einen Flohmarkt.

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